Pianist Olaf Schillmöller begleitet das Geschehen musikalisch wie bei einem Stummfilm

So schön kann Krimi sein

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Premiere für die Krimikomödie „Acht Frauen“ im Theaterladen des Statt-Theaters.

Mengeringhausen. Mit den „Acht Frauen“ serviert das Statt-Theater Mengeringhausen einen Krimi-Leckerbissen der besonderen Art. Bei der Premiere wurde das musikalische Kammerspiel mit stürmischem Applaus gefeiert.

Das Leben im Frankreich der 1950er Jahre könnte so schön sein: Weihnachten wird mit Chansons aus dem Röhrenradio und dem ein oder anderen Verdauungsschnäpschen gefeiert.

Wäre da nur nicht der Hausherr, der nicht zum Familienfrühstück erscheint. Die jüngste Tochter entdeckt ihren Vater ermordet im Bett. Plötzlich sind Türen verschlossen, die Hunde liegen reglos im Garten und Dinge verschwinden.

Als auch noch das Telefon tot ist, gibt es keinen Kontakt zur Außenwelt mehr. Bald ist klar, dass nur eine der Frauen die Mörderin sein kann. Musikalische Inszeneirung Mit einem Riesenknall, den niemand erwartet hat, endet die spannend-spaßige Mördersuche in dem Stück von Robert Thomas.

Die Besonderheit der Aufführung liegt in der musikalischen Inszenierung, für die sich das Regieteam Gerd Spiße und Vanessa Rose entschieden hat.

Wie Anno dazumal bei Stummfilm-Vorführungen sitzt Pianist Olaf Schillmöller, der auch das musikalische Arrangement übernommen hat, direkt neben der Bühne. Während sich im Lauf der Handlung diverse Abgründe auftun und Skandale offenbaren, untermalt Schillmöller das Spiel lautmalerisch mit sanften Klängen, fließendem Spiel oder wüsten Anschlägen, die das Publikum auch mal kräftig zucken lassen.

Auch auf der Bühne geht es rund, zeigen sich die Darstellerinnen doch nicht nur von ihrer temperamentvollen Seite, sondern beweisen auch noch Mut zum Chanson. 

 Als neurotische Catherine präsentiert Anette Spiße das selbst geschriebene „Nein, so will ich nicht sein“, Köchin Chanel alias Martina Mayr singt „Um nicht allein zu sein“, und als Küken Catherine holt sich Hannah Langemeier reichlich Applaus für das französische „Mon amour, mon ami“ ab.

Einen Sonderapplaus gab es am Ende der Premiere außerdem für Mamy-Darstellerin Karin Altenheim, die mit 74 Jahren das erste Mal überhaupt auf einer Bühne steht. Noch fünf Mal wird die musikalische Mördersuche über die Bühne im Theaterladen gehen.

Alle bisher geplanten Vorstellungen sind ausverkauft. Weitere Aufführungstermine werden noch beraten.

Von Sandra simshäuser

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