Betreiber der Avalon-Bar beschreibt die Schlägerei in der Großen Allee und beklagt sich über die Art des Polizeieinsatzes

"Polizei kam erst nach 25 Minuten zur Schlägerei"

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Archivbild von einer der letzten großen Veranstaltung in der ehemaligen Diskothek "Suset No.1". Die Massenschlägerei in den frühen Morgenstunden des Montag ereignete sich an gleicher Stelle - ohne die Schlange der Wartenden.

Bad Arolsen. „Die Polizei hat nicht auf mich gehört.“ Das sagt der Pächter der Avalon-Bar zu den Vorfällen vor der Diskothek in der Großen Allee.

Als er den Polizeibericht über die Massenschlägerei am frühen Montagmorgen gelesen hatte, meldete sich Kevin Weidenbach bei der Redaktion gemeldet. Er ist Pächter der Bar, die bis zur Sommerpause noch Diskothek „Sunset No.1“ hieß, und stellt die Vorfälle in der Nacht auf Montag ein wenig anders dar als die Polizei.

Im Saal, dem alten belgischen Kino, das an die Cocktail-Bar grenzt, habe am Sonntagabend vor dem Feiertag eine Single-Ladys-Party stattgefunden. Eingeladen hatte ein externer Veranstalter - Weidenbach vermietet den Saal auf Anfrage.

„Es waren etwa 650 Gäste da, die meisten haben friedlich gefeiert.“ Irgendwann habe eine Handvoll Leute Probleme gemacht. Weidenbachs Sicherheitspersonal, das er auch für den Saal zur Verfügung stellt, diesmal acht Leute, habe die Störenfriede nach draußen gebracht.

„Plötzlich waren draußen etwa 50 Leute und haben sich gegenseitig bekriegt. Das war wie ein Bandenkrieg und wirkte wie verabredet“, erzählt Weidenbach. Er und andere Gäste hätten dann die Polizei gerufen. „Die hat aber nicht auf mich gehört und hat nur eine Streife geschickt, die erst nach 25 Minuten kam“, sagt er.

Die weiteren Polizisten - auch aus Korbach, Kassel und Wolfhagen - seien erst weitere 20 Minuten später nach Bad Arolsen gekommen. „Da waren die Störenfriede natürlich schon weg.“

Stattdessen hätten die Polizisten mit der „Androhung von Pfefferspray und Schlagstockeinsatz“, wie es im Polizeibericht heißt, die friedlichen Gäste provoziert, die mittlerweile auch draußen standen, sagt Weidenbach.

„Die Polizei konnte gar nicht erkennen, was vorher passiert war.“ Ihm sei dagegen nahegelegt worden, die Veranstaltung abzubrechen. Seit vier Jahren ist Kevin Weidenbach Pächter des ehemaligen belgischen Kinos an der Großen Allee.

„Wir hatten schon einige Veranstaltungen und kennen die Gäste, die Gefahrenpotential haben. Aber in diesem Ausmaß hatten wir seit drei Jahren keine Vorfälle mehr. Das hat mich schockiert.“ Auch die Schläger von Montagmorgen seien ihm zum Teil bekannt, Weidenbach spricht von zwei Clans konkurrierender Shisha-Bars aus Korbach. „Die lasse ich nicht mehr rein, die sollen sich woanders prügeln“, sagt er.

Von Jörg Paulus

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