Angetrunkene junge Männer widersetzen sich der Festnahme, treten und beleidigen

Polizisten mit Bierflasche beworfen

Volkmarsen/Korbach. - Zu Geldstrafen von 1350 Euro und 1050 Euro verurteilte das Amtsgericht Korbach unter Vorsitz von Amtsrichter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling zwei junge Männer aus Volkmarsen und Bad Arolsen, die unter anderem einen Polizeibeamten mit einer Flasche beworfen hatten.

Eine ganze Latte von Straftaten waren in der Anklageschrift aufgeführt. Die beiden 22 und 24 Jahre alten Männer waren angeklagt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung und versuchter Strafvereitelung. Der Vorwurf eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wurde fallen gelassen. Im April letzten Jahres fuhr ein uniformierter Polizeibeamter gegen 20.50 Uhr mit seinem Dienstmotorrad am Marktplatz Volkmarsen vorbei. Auf der Rückfahrt von einer Vernehmung wollte er die Situation dort beobachten. Es war auf dem Platz vor dem Rathaus wiederholt zu Beschwerden gekommen, Jugendliche hatten mehrere Male Trinkgelage veranstaltet und randaliert. Beim Vorbeifahren sei er von einer Gruppe Jugendlicher mit unflätigen Bemerkungen begrüßt worden, berichtete der Polizeibeamte als Zeuge. Er sei dann um das Rathaus herumgefahren, um von der Seite her auf den Platz zu gelangen. Er habe die Jugendlichen überprüfen wollen und gegebenenfalls einen Platzverweis aussprechen wollen. Kurz vor Erreichen der Gruppe sei ihm eine Bierflasche entgegengeflogen. Er habe den Eindruck gehabt, sie sei gezielt auf ihn geworfen worden. Auf seine Aufforderung, sich auszuweisen, habe sich der Werfer geweigert. Stattdessen begrüßte er ihn mit den Worten: „Was willst du denn, du bist doch alleine, verp… dich hier!“ Daraufhin habe der Beamte den jungen Mann informiert, dass er ihn zur Feststellung der Personalien festnehmen werde. Beim Anlegen der Handschellen habe sich dieser gewehrt, den Beamten vor das Schienbein getreten und versucht, sich loszuwinden. Der zweite Angeklagte habe ebenfalls beim Anlegen der Handfesseln eingegriffen und versucht, den Arm des Werfers wegzuziehen. Erst ein weiterer Zeuge habe beruhigend eingewirkt, sodass es gelang, die Handschellen anzulegen. Beide Täter hatten Alkohol getrunken. Die jungen Männer, beide arbeitslos, bestritten die Vorwürfe. Sie hätten überhaupt nicht gewusst, was los war. Der Polizist habe nichts gesagt, sondern sofort versucht, die Handfesseln anzulegen. Der weitere Zeuge bestätigte aber die Darstellung des Polizeibeamten. Er habe aber nur gesehen, dass die Flasche gegen die Rathausmauer geflogen sei und dann zufällig vor dem Motorrad zersplitterte. Daher wurde der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr fallen gelassen. In ihrem Plädoyer betonte die Staatsanwältin, der zwanzigjährige Werfer habe offenbar nicht gezielt auf das Motorrad geworfen, aber bei dem Wurf billigend in Kauf genommen, dass der Polizeibeamte verletzt werden könnte, auch dies sei ein schweres Vergehen. In der Urteilsbegründung schloss sich Richter Kalhöfer-Köchling dem Antrag der Staatsanwältin an und betonte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte müsse streng bestraft werden. Da die Angeklagten teilweise einschlägig vorbestraft sind, habe sich das auch auf das Strafmaß ausgewirkt. Lediglich ihr jugendliches Alter habe eine noch höhere Strafe verhindert.Der Polizeibeamte hatte bei der Rangelei Prellungen und Abschürfungen erlitten und konnte drei Tage seinen Dienst nicht voll versehen. Zusätzlich zur Strafe müssen die Angeklagten auch noch 400 Euro Schmerzensgeld an ihn zahlen.

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