Tierschützer wollen beliebte Kinderattraktion verbieten

Ponys wirbeln Online-Staub auf

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Bad Arolsen - Was haben US-Präsident Obama, der russische Präsident Putin und der Bad Arolser Marktmeister Wilhelm Müller gemeinsam? - Alle drei sind auf dem internationalen Internetportal Adressaten von Online-Petitionen.

Der Marktleiter des Arolser Kram- und Viehmarktes und die Viehmarktskommission sind in die Schusslinie von Tierschützern geraten, die Ponyreiten auf Volksfest für Tierquälerei halten. Sie argumentieren, dass die Tiere in glühender Hitze und inmitten lauter Fahrgeschäfte mit dröhnender Musik ein sogenanntes Ponykarussell betreiben müssen, „wo Ponys und Pferde den ganzen Tag unter unwürdigen Bedingungen im Kreis laufen müssen, nur weil Eltern ihre Kinder bespaßen möchten.“

Die Petition, die mit ähnlich lautenden Texten auch gegen die Verantwortlichen von Volksfesten in ganz Deutschland argumentiert, soll dazu beitragen, das Ponyreiten auf Jahrmärkten zu verbieten.

Im Internet wird die Petition aktuell auch im sozialen Netzwerk Facebook verbreitet. Allerdings äußern sich dort auch erstaunlich viele Arolser Viehmarktsbesucher, die die ganze Aufregung nicht verstehen. Tenor: „Den Tieren ging es gut. Die Kinder hatten Freude am Ponyreiten.“

Ähnlich äußert sich auch Marktmeister Wilhelm Müller, selber ausgewiesener Pferdekenner und Vorsitzender des Ländlichen Reitvereins Bad Arolsen: „Die Pferde, die bei Familie Kaiser gehalten werden, sind in einem guten Zustand und werden ordentlich gepflegt. Schon zwei Wochen vor dem Viehmarkt standen die Pferde auf Wiesen am Königsberg. Der fahrende Pferdestall bietet ausreichend Platz für die Tiere. Während des Viehmarktes wurden die Tiere alle zwei Stunden ausgewechselt. Als es am Samstag so heiß war, liefen überhaupt keine Ponys im Ring.“

Für Wilhelm Müller steht daher fest: „Die Pferde bei Familie Kaiser haben‘s richtig gut. Die Ponys sind Herrn Kaisers ganzer Stolz. Er züchtet sie selbst. Die Unterbringung und das Zaumzeug sind vom Feinsten.“

Im übrigen verweist Müller darauf, dass er als Marktleiter eigentlich nur im Auftrag des Magistrates handele. Deswegen empfinde er es als ungerecht, dass auf seinem Rechner nun im Stunden-Takt Mails eingingen wie: „Schon 200, 300 oder 500 Unterschriften für die Online-Petition.“

Vertreter des Magistrates ist während des Urlaubs des Bürgermeisters der Erste Stadtrat Helmut Hausmann, zugleich Vorsitzender der Viehmarktskommission. Auch er bestätigt: „Ich habe die Tiere schon zwei Wochen vor dem Viehmarkt auf der Weide gesehen. Die machten keinen verstörten Eindruck.“ Er kenne Familie Kaiser schon seit 30 Jahren und wisse, dass der Ponybetrieb nicht ein einziges mal unangenehm aufgefallen sei. Deshalb seien falsche Behauptungen im Internet, wenn es dort heiße, die Tiere hätten sich schon selbst aufgegeben.

Hausmann: „Die Ponys machen einen ausgeglichenen Eindruck.“ Im übrigen stellt der Chef der Viehmarktskommission fest: „Wir nehmen nicht jeden auf dem Viehmarkt. Wir achten darauf, dass der Tierschutz eingehalten wird.“

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