Bei Einsätzen auf der Autobahn hapert es oft an der freien Rettungsgasse

Retter an vorderster Front

In Rhoden sorgen zehn Helfer vor Ort, besonders ausgebildete Mitglieder der Feuerwehr und der DRK-Bereitschaft, dafür, dass bei medizinischen Notfällen schnelle Hilfe geleitet werden kann. Die Helfer werden gleichzeitig mit dem Notarzt alarmiert, sind aber in der Egel schon fünf Minuten vor dem Artz zur Stelle und können bei Schlaganfällen und Herzinfarkten Leben retten. Links im Bild: Wehrführer Florian Kistner. In der Bildmitte, hinten: Ortsvorsteher Helmut Butterweck. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt-Rhoden - Die im September in Rhoden installierten „Helfer vor Ort“ sind in den ersten drei Monaten ihrer Einsatztätigkeit schon in 54 Fällen zur Hilfe gerufen worden. Gerade bei Herzinfarkten und Schlaganfällen, wenn jede Minute zählt, können die Helfer vor Ort Leben retten.

„Es ist ein gutes Gefühl, eine derart aktive und gut ausgebildete Feuerwehr im Ort zu haben“, stellte Ortsvorsteher Helmut Butterweck bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr anerkennend fest und überbrachte auch gleich einen im privaten Kreis gesammelten Spendenumschlag für die Helfer vor Ort, deren Einsatz vorwiegend aus Spenden finanziert wird.

Wehrführer Florian Kistner berichtete, dass die Helfer vor Ort eine Gemeinschaftsaktion von Feuerwehr und DRK-Bereitschaft darstelle. Sechs ausgebildete Feuerwehr-Sanitäter und vier DRK-Helfer teilten sich eine 24-Stunden-Bereitschaft für alle diejenigen medizinischen Notfälle, in denen ein Notarzt nach Diemelstadt gerufen werde. Schließlich seien die Entfernungen von den nächsten Rettungswachen in Marsberg, Warburg und Bad Arolsen oft zu groß, um die Rettungsfrist von zehn Minuten einhalten zu können.

Für die beteiligten Feuerwehrleute ist der Bereitschaftsdienst eine nicht zu unterschätzende Doppelbelastung. Schließlich fährt die Rhoder Stützpunktfeuerwehr jedes Jahr rund 40 Einsätze, davon viele auf der Autobahn A44.

Im vergangenen Jahr galt es auf der Autobahn wieder bei einer Reihe von schweren Unfällen technische Hilfe zu leisten. In einem Fall mussten über drei Stunden Pendelfahrten zu einem brennenden 40-Tonner gefahren werden. Ein Pkw-Fahrer verbrannte damals am Steuer seines Wagens. In einem weiteren Fall war ein mit Bierkästen beladener 40-Tonner umgekippt und blockierte beide Fahrspuren.

Kistner schilderte, wie schwierig es bei Einsätzen auf der Autobahn oft ist, mit mehreren bis zur Unfallstelle vorzurücken. Manchmal funktioniere das Bilden einer Rettungsgasse ganz vorbildlich. Manchmal aber müssten Feuerwehrleute aussteigen und jedem Lkw-Fahrer einzeln erklären, wie er zur Seite zu fahren habe. Bei einem Einsatz hätte ein Feuerwehrmann den ganzen Weg von der Autobahnauffahrt Marsberg bis nach Lichtenau zu Fuß absolvieren müssen.

Ärgerlich waren aus Sicht der Feuerwehr die 17 Fehlalarme des vergangenen Jahres, acht mehr als im Vorjahr. Meistens kam der Alarm aus einer der Wrexer Papierfabriken. Mehrfach hätten die Arbeiter vor Ort den Alarm zurückgestellt, bevor die Feuerwehr vor Ort war. Dadurch sei die Fehlersuche unmöglich. Die Feuerwehr sei verpflichtet, jedem Auslösegrund nachzugehen. Nun müssten jedes mal mühsam die Mitarbeiter in den Werken ermahnt werden, die Brandmeldeanlage nicht eigenmächtig zurückzustellen.

Neben der Einsatz- und Ausbildetätigkeit waren die 38 Aktiven der Einsatzabteilung auch mit dem Umbau ihres Stützpunktes beschäftigt. In Eigenleistung wurden Bauarbeiten ausgeführt, was Kosten für die Stadt einsparen half.

Vor so viel Engagement zog auch Stadtrat Malte Gerke den Hut, dankte im Namen der städtischen Gremien für die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft und sagte die städtische Unterstützung in allen Dingen zu.

Von der engagierten Jugendarbeit mit 15 Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr und weiteren 15 in der neu gegründeten Kinderfeuerwehr berichteten Gero Langguth und Jörg Schade. Vom Spielmannszug berichtete Klaus Budde, dass die zwölf Rhoder Musiker mit dem Spielmannzug in Wrexen kooperieren.

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