Frühe Erdgeschichte hat überall Spuren hinterlassen

Rhoder Altstadt auf Fels gebaut

Geopark-Regionalkonferenz in Rhoden: Walter Bracht erläuterte bei einer Stadtführung die Baugeschichte Rhodens auf einem mächtigen Sandsteinfelsen. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt-Rhoden - Die Region Nordwaldeck hat eine Menge geo-touristische Potenziale, die in den kommenden Jahren ausgebaut werden sollten. Das ist eine Erkenntnis der fünften Regionalkonferenz des Nationalen Geoparks Grenzwelten.

Rund 30 Akteure, Partner und Förderer des Geoparks trafen sich gestern im Rhoder Dorfgemeinschaftshaus, um eine Zwischenbilanz zu ziehen und Pläne zu schmieden.

Norbert Panek berichtete als Leiter des Projektbüros über den aktuellen Sachstand: Nordwaldeck ist zwischen Diemel und Twiste von zwei Gesteinsformationen geprägt: dem Buntsandstein und dem Muschelkalkgebirge.

Wer mit offenen Augen und der notwendigen Sachkenntnis durch die Landschaft geht, kann eine Menge entdecken. 1994 wurde in einem Steinbruch bei Bühle eine Sandsteinplatte mit einer gut erhaltenen Saurierfährte gefunden.

Im unteren Wattertal und an der Quastholle nördlich von Lütersheim finden sich markante Felsklippen. Versteinerungen von Riesenammoniten befinden sich im Raum Volkmarsen, Breuna und Zierenberg.

Die Kalkmagerrasen, Kalkbuchenwälder und Moore in Nordwaldeck sind von überregionaler Bedeutung. Das trifft etwa für das Naturschutzgebiet Scheid bei Volkmarsen, das Kallental bei Hesperinghausen, den Rhoder Quast und den Iberg bei Hörle zu.

Im Tal von Orpe, Diemel und Laubach finden sich Relikte einer bedeutenden neuzeitlichen metallverarbeitenden Industrie. Das Roherz aus Adorf wurde über den Eisensteinweg ins Orpetal transportiert.

Die Liste der touristisch interessanten Ziele im Geopark ist lang. In Vorbereitung sind thematische Wanderrouten, sogenannte Geo-Pfade, am Klippenweg Fühburg in Rhoden, am Eisensteinweg, zur Coelestingrube bei Gembeck und zur Hollenkammer im Wattertal.

Einen Einstieg in die verborgenen touristischen Attraktionen in Nordwaldeck gab Geoparkführer Walter Bracht bei einer Stadtführung durch Rhoden. Dabei ging es immer wieder um den Sandsteinfelsen, auf dem und in den hinein die ganze Altstadt von Rhoden gebaut wurde.

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