Die neuen Eigentümer des Gerichtsgebäudes schaffen viele neue Arbeitsplätze

Richtertisch im Konferenzsaal

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Alexander Fitz ist neuer Chef im alten Amtsgericht. Hier zusammen mit Iliane Dingel-Padberg.

Bad Arolsen - Wer hätte bei Bekanntwerden der Sparpläne von FDP-Minister Jörg-Uwe Hahn vor zwei Jahren zu hoffen gewagt, dass das Arolser Amtsgericht nach nur einem Jahr Leerstand drei moderne Serviceunternehmen mit 30 Arbeitsplätzen beherbergen würde?

Der Hotelkaufmann Alexander Fitz hat am Dienstag im Beisein des Magistrates das von Grund auf renovierte Bürogebäude seiner Bestimmung übergeben.

Der Einzug und Umzug der Mitarbeiter vom Braunser Weg und aus den Verwaltungsgebäuden in der ehemaligen Kaserne erfolgt in den nächsten Tagen.

Das Gebäude gehört der Familiengesellschaft FFF Vermögensverwaltungs GbR, die hier als Vermieter für die Werbeagentur Längengrad 9 GmbH, den Softwareentwickler Krypton und die E-Commerce-Experten der Hospitality Alliance AG auftritt.

Der Firmenname „Längengrad9“ ist ein Bekenntnis zum Standort Bad Arolsen, durch dessen Zentrum der neunte Längengrad tatsächlich verläuft. Die Kommunikationsprofis gestalten nicht nur sämtliche Druck-Prospekte der angeschlossenen Hotels der Ramada-Gruppe, der Treff Hotels und der H2-Hotels, sondern auch die Internetwerbung und das Aussehen des Internetportals www.ramada.de.

Buchen per Mausklick

Krypton Softworks hat sich auf die Programmierung von Buchungs- und Hotelbetriebssoftware spezialisiert. Der Bereich E-Commerce füllt die Webseite mit Leben und Arrangements und sorgt dafür, dass Interessierte mit wenigen Klicks Informationen zum Urlaub erhalten und reibungslos buchen können.

Das alles geschieht nun im angenehmen Ambiente eines schick renovierten, denkmalgeschützten Gebäudes. Fußböden wurden erneuert, das hölzerne Treppenhaus fachmännisch aufgearbeitet und die sanitären Anlagen komplett erneuert. Insgesamt hat das Unternehmen rund 400.000 Euro in das 1952 im spätklassizistischen Stil erbaute Gerichtsgebäude investiert.

Einfühlsam saniert

Er habe lange mit Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab über das Gebäude und seine Wünsche für die Sanierung gesprochen, berichtete Alexander Fitz. „Dabei stellten wir fest, dass sich seine Wünsche mit unseren Vorstellungen einer angemessenen Sanierung dieses Objektes trafen.“ Unter anderem orientiere sich die Farbgestaltung der Räume am ursprünglichen Anstrich. Auch bei der Beleuchtung habe man Anleihen am Klassizismus genommen und einen Lampengestalter mit Maßanfertigungen beauftragt.

Die Hospitality AG ist seit über 25 Jahren in Bad Arolsen ansässig. Entgegen früheren Planungen, das Unternehmen oder Teile davon nach Berlin auszulagern, baut das familiengeführte Unternehmen nun den Standort Bad Arolsen weiter aus. Aktuell werden 15 neue Buchhalter für die Abrechnung der über 70 angeschlossenen Hotels.

„Bad Arolsen ist unser Zuhause. Ausschlaggebend sind die guten Arbeitsbedingungen und die hohe Lebensqualität, die wir unseren Mitarbeitern hier bieten können“, begründet Alexander Fitz, der Vorstandsvorsitzende der Hospitality Alliance AG sein Engagement in der Rauchstraße.

Alles passt gut zusammen

Durch beste Hotelstandorte und umsatzstarke Hotelmarken wächst die Anzahl der angeschlossenen Hotels und Hotelzimmer stetig. Die nächste Neueröffnung erfolgt im Herbst/Winter 2013, wenn in München an der Messe ein neuer Hoteldoppelpack aus H2-Hotel (205 Zimmer) und Ramada (330 Zimmer) unmittelbar am Messesee-haupteingang eröffnet.

Bei der gestrigen Vorstellung der umgestalteten Räume stellte Hotelkaufmann Helmut Fitz als Patriarch des Familienunternehmens FFF fest, dass sich durch die Standortentscheidung für Bad Arolsen vieles zueinander gefügt habe, was einfach gut zusammenpasse.

Das Ambiente in der Stadt stimme, die Handwerker leisteten beste Qualitätsarbeit und die Gewerbesteuern seien deutlich niedriger als in der Metropole.

Gleichzeitig deutete Fitz an, dass zusätzlich zu den 40 Arbeitsplätzen, die jetzt in der Rauchstraße neu geschaffen würden, weitere 40 bis 50 Arbeitsplätze an anderer Stelle im Stadtgebiet entstehen könnten. Man sei dabei, die Hotelverwaltung in Bad Arolsen auszubauen.

Richter eingeladen

Bürgermeister Jürgen van der Horst lobte die Standortentscheidung und sprach von einem „aus Sicht der Stadt wunderbaren Projekt“ und einer „sehr fruchtbaren Zusammenarbeit“.

Nach wie vor schmerze der vom Justizminister verfügte Verlust an Dienstleistungsqualität. Dennoch habe die Stadt nun viel gewonnen.

Die ehemaligen Mitarbeiter des Amtsgerichts Bad Arolsen waren unter Leitung von Richter Karl-Heinz Kahlhöfer-Köchling und Albert Neumann vom Personalrat ebenfalls zur Neueröffnung eingeladen. Sie staunten nicht schlecht, wie gediegen die Sanierung ausgefallen ist. Immerhin ist der Richtertisch im Sitzungssaal auf Wunsch des Bezirkskonservators unverändert geblieben.

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