Neue Schälmaschine erleichtert die Arbeit · 54 Arbeitsplätze in der Werkstatt für behinderte Menschen

Rocklinghäuser Kartoffeln in aller Munde

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Die Mitarbeiter im Schälbetrieb des Hofgutes Rocklinghausen schneiden aus den geschälten Kartoffeln die verbliebenen Augen heraus und sorgen für eine einheitliche Größe.

Twistetal-Twiste - 180 Tonnen Bio-Kartoffeln aus der Region verarbeitet das Hofgut Rocklinghausen jedes Jahr. Mit einer neuen Schälmaschine ist der landwirtschaftliche Vorzeigebetrieb unter der Regie des Lebenshilfewerkes bestens gerüstet für die Zukunft.

Nach beinahe 30 Jahren im Dauerbetrieb waren die alten Maschinen dringend erneuerungsbedürftig. Auch die Anforderungen an die Hygiene machten eine Modernisierung der Anlagen und Sozialräume nötig. Deshalb hat der Landeswohlfahrtsverband nach intensiver Planungsphase die für den Um- und Erweiterungsbau nötigen 350 000 Euro auch zur Verfügung gestellt, wie Jutta Siebert gestern bei der Einweihungsfeier erklärte.

Auf dem idyllisch gelegenen Hofgut Rocklinghausen bei Twiste wohnen und arbeiten 54 Menschen mit Behinderungen. Zum Hof gehören neben dem Schälbetrieb auch eine Metzgerei, ein Stallbetrieb mit 30 Milchkühen, 15 Mastschweinen, 300 Hühnern, einigen Schafen, einem Esel und Pferden, außerdem ein hauswirtschaftlicher Bereich und eine Tagesstättengruppe.

Betreut werden die Mitarbeiter mit unterschiedlichen Behinderungen und Krankheitsbildern rund um die Uhr von 45 Mitarbeitern des Lebenshilfewerkes. Damit ist das Hofgut Rocklinghausen zugleich der größte Arbeitgeber in Twistetal, wie Bürgermeister Günther Hartmann gestern deutlich machte. Mitarbeiter und Betreute von Rocklinghausen seien in Twiste bestens integriert und ein fester Bestandteil der Gemeinde.

Hartmann: „Das ist für uns Normalität.“ Dass die relative Abgeschiedenheit des Hofgutes und Inklusion von Menschen mit Behinderungen keine Gegensätze seien, unterstrichen Lebenshilfe-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Werner und der Fachbereichsleiter Arbeit, Christoph Hille, im Gespräch mit der WLZ: „Manche der 47 Bewohner des Wohnheimes brauchten einfach die Ruhe und Abgeschiedenheit, um wieder zu sich selber zu finden. Für andere gebe es das betreute Wohnen, zum Beispiel im Twister Bahnhof.

Als der damalige Lebenshilfe-Geschäftsführer Gerhard Schaller das Hofgut gegründet habe, sei Eingliederungshilfe in der Landwirtschaft noch absolutes Neuland gewesen, so Dr. Werner. Inzwischen aber sei das Erfolgskonzept in Fachkreisen anerkannt. Über die Jahre hätten 50 Bewohner verselbständigt werden können.

Das Besondere in Rocklinghausen sei die Gemeinschaft im Wohnen und bei der Arbeit. Die Tiere hätten eine therapeutische Wirkung. Die Produkte wie die Biomilch geht an die Upländer Bauernmolkerei. Die Kartoffeln und der Ofenkuchenteig sind bei rund 40 gewerblichen Kunden bis Siegen und Cölbe begehrt.

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