Neuerungen bei den Rhoder Schützen

Röcke zum Schützenfest

Diemelstadt-Rhoden - Das traditionelle Schützenfest vom 24. bis 27. Juli wird mit ein paar Neuerungen aufwarten. Bei der Mitgliederversammlung stimmten sich die Schützenbrüder auf das Heimatfest ein.

Wenn in Rhoden die Bärte länger werden, dann dauert es bis zum Schützenfest nicht mehr so lange. Doch werden bei dem nach fünfjähriger Pause stattfindenden Fest zunehmend weibliche Züge zu sehen sein. So werden die Pagen diesmal ausschließlich mit Mädchen besetzt.

Bei den Burschen - von 100 angeschriebenen jungen Leuten meldeten sich 38 - werden zur Hälfte Mädchen und Jungen mitmarschieren. Und damit der feminine Touch auch nicht zu kurz kommt, werden zum Schützenfest 2015 Röcke für die Mädchen angeschafft. Wird es dann auch bald Schützenschwestern in den Reihen der altehrwürdigen Schützengesellschaft von 1560 geben? Davon war bei der Versammlung im vollbesetzten Saal des „Krugs“ zwar keine Rede, doch wurde orakelt: „Auf uns kommen noch einige Diskussionen hinzu.“

Dabei wird das historische Element so weit wie möglich betont. Alle kostümierten Gruppen sollen einheitliche Kleidung aus einem Zeitraum tragen. Darauf war bei der Gründung der historischen Einheiten vor immerhin 49 Jahren noch kein besonderer Wert gelegt worden. Bei der Ausstattung der Schützenbrüder und der Frauen und Mädchen führt Zeugwart Carsten Ständecke Regie, gekauft werden Uniformen und Kostüme allerdings von den Teilnehmern an den Festzügen selbst.

Darüber hinaus wird am 11. April wieder eine Kleiderbörse im Gemeinschaftshaus veranstaltet, bei der im Laufe der Jahre „eingelaufene“ Jacken getauscht werden können.

Eigene Uniformen werden die Kanoneusen bekommen. Sie werden sich in dieser Ausstattung zum ersten Mal beim ebenfalls zur Tradition gewordenen Frauenfestzug am 27. Juli präsentieren.

Stellvertretender Vorsitzender Claus Wetekam gab anstelle des erkrankten Schützenvorsitzenden Jürgen Pätsch einen Überblick über die Vorbereitungen: So sind die Kapellen und die Kutschen gebucht, wird demnächst das Kinderbataillon unter Leitung von Markus Heinemann aufgestellt, Der Videofilm wurde bei der Wrexer Firma Ramus in Auftrag gegeben, Karl Gerke wird die Kommentierung des Zapfenstreichs zum Auftakt des Festes übernehmen, Autoaufkleber und Kärtchen mit QR-Code werden verteilt, über den Informationen aus dem Internet eingeholt werden können.

Das Pokalschießen wird aus Sicherheitsgründen beim zweiten Ausmarsch am 21. Juni erstmals mit einem Lasergewehr ausgeführt. Kritischen Anmerkungen aus der Versammlung entgegnete Schriftführer Mathias Kern mit dem Hinweis, dass die Technik bereits bei den Schützen in Massenhausen mit Erfolg eingesetzt werde und ähnlich wie beim Luftgewehr auch Schießgeräusche entstehen. Dies hätten Rhoder Schützen bei einer Probe in Massenhausen festgestellt, versicherte das Vorstandsmitglied. Auch beim Kinderschießen werde ein Lasergewehr eingesetzt. In jedem Falle werde wegen der Atmosphäre ein Schießstand aufgebaut.

Der Eintritt wird an allen Festtagen erstmals frei sein. Der Aufwand fürs Kassieren sei zu hoch.

Das Bölke- und das Detelsheimer Tor werden am 12. und 13. Juni aus dem Lager in Dehausen abgeholt und an Ort und Stelle wieder aufgebaut.

In den nächsten Wochen geht es dann Schlag auf Schlag: Am 28. März ist ein Umwelttag . Der erste Ausmarsch findet am Pfingstmontag, 25. Mai, statt. Die Rhoder laden für den 6. Juni zum Waldecker Kanonentreffen auf der Hude ein, zu dem 30 Gruppen und rund 400 Menschen erwartet werden. Zweiter Ausmarsch ist am 21. Juni. Die Frauen treffen sich am 11. Juli zum Üben, und am Tag darauf marschieren die Rhoder beim Festzug während des Freischießens in Mühlhausen mit.

Erstmals wird ein Grenzland-Marsch veranstaltet: Am 9. Mai ist um 6 Uhr in Laubach Start zu einer 28 Kilometer langen Wanderung. Diese wird jedoch in vier Abschnitte gegliedert mit entsprechenden Verpflegungspunkten, so dass die Schützen selbst entscheiden können, welche Streckenabschnitte sie abschreiten wollen - oder ob sie erst zum Abschluss dazukommen wollen.

An Wanderern dürfte es indes nicht mangeln, haben sich doch an den Schnadezügen zwischen den Schützenfesten erfreulich viele Rhoder und Gäste beteiligt. Im vorigen Jahr konnten allein 66 Schnadegänger mit Stutzbriefen versehen werden, weitaus mehr Teilnehmer schritten in dem Jahr die Grenzen ab, wie Walter Bracht anstelle des erkrankten Schnadekundigen Friedhelm Gerke berichtete. In die Kommission rückt für den verstorbenen Schützenbruder Volker Friele das Mitglied Markus Hübel nach.

Guten Mutes ist der Schützenkönig Reinhold Polzer, der sich mit seiner Gemahlin Heidi auf das große Fest freut. Er dankte für die Unterstützung und lobte das gemeinsame Engagement für das Heimatfest. Schließlich gratulierte er den Kompanievorständen zur Wahl. Major und Bürgermeister Elmar Schröder gab einen Bericht über die Stadtpoilitik. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Bauarbeiten am Schloss zum Fest beendet sein werden. (ah)

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