Regierungspräsidium und Firma K+S suchen nach Entsorgungswegen für Salzlauge

Salzpipeline am Rande des Stadtwalds möglich

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Bad Arolsen - Eine der drei möglichen Trassen für eine Rohrfernleitungsanlage der Firma K+S KALI GmbH führt durch das Gebiet der Großgemeinde Bad Arolsen. Diese westliche Variante führt über Homberg, Fritzlar, Waldeck, vorbei am Rand des Mengeringhäuser Stadtwalds über Massenhau-sen bis nach Marsberg.

Bei einem Informationgespräch im Kasseler Regierungspräsidium hat Bürgermeister Jürgen van der Horst darauf hingewiesen, dass durch diese Salzwasser-Pipeline keine Nachteile für das Bad Arolser Heilwasser und den Status als Heilbad entstehen dürfen. Außerdem hat der Rathauschef auf das bestehende Windvorranggebiet hingewiesen. Konflikte müssten unbedingt ausgeschlossen werden.

Anlass für die Planung einer solchen Pipeline vom hessisch-thüringischen Kalirevier bis an die Nordsee ist die langfristige Entsorgung der Salzabwässer, die in der Düngemittel-produktion durch die Kalirohsalzaufbereitung und aus dem Haldenwasser entstehen. Da die trockenen Rückstände auf Halde gelagert werden, wird auch nach dem Abschluss der Bergbauphase noch auf sehr lange Zeit Salzabwasser anfallen. Das bisherige lokale Entsorgungskonzept über die Verpressung in den Untergrund und die Abführung über das Gewässersystem Werra/Weser muss durch alternative Entsorgungswege abgelöst werden. Die bis 2020 erteilte Einleitungserlaubnis in die Werra beinhaltet sukzessive zurückgehende Einleitewerte. Die vom Regierungspräsidium erteilte Versenkerlaubnis endet am 30. November 2015. Das Vorhaben „Rohrfernleitung zur Nordsee“ gilt dabei als der wahrscheinlich umweltschonendste Entsorgungsweg.

Im Gespräch mit der WLZ machte Bürgermeister Jürgen van der Horst deutlich, dass er kein Freund des St.-Florians-Prinzips sei. Gegen eine nach den Regeln der Kunst verlegte Rohrleitung sei nur wenig einzuwenden. Die Flächen könnten landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Schneisen durch den Wald seien nicht geplant. Die Leitung verlaufe quer durch die Gemarkung.

Anders sei die Lage jedoch, wenn auch Bauwerke wie Pumpstationen und Pufferbecken errichtet werden müssten. Dann komme es darauf an, dass es keine Konflikten mit bestehenden Einrichtungen gebe. (es)

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