Landau

Sauberer Strom für Bergstadt Landau

- Bad arolsen-Landau (-es-). Einen zweiten Anlauf zum Bau eines Windenergieparks mit sieben Windmühlen vor den Toren der Bergstadt Landau haben jetzt die im Grundstückspool zusammengeschlossenen Landwirte gestartet.

„Wir haben das politische Klima beobachtet und festgestellt, dass sich bei vielen Mandatsträgern die Einstellung geändert hat“, stellte Poolsprecher Gerhard Schäfer zu Beginn der Bürgerversammlung im Landauer Rathaussaal fest und bekräftigte, nach wie vor sein den Windkraft-Investoren daran gelegen, dass der ganze Ort an der Wertschöpfung teilhabe. Ähnlich äußerten sich Bürgermeister Jürgen van der Horst und Ortsvorsteher Tino Hentrich. „Entscheidend ist das, was Landau will“, versicherte der Rathauschef. Die Stadtverordnetenversammlung brauche nur ein eindeutiges Signal. Er selbst aber wolle eine Lanze brechen für das Projekt, das Wertschöpfung und Arbeitsplätze für Landau schaffe und zudem für saubere Energie sorge, so der Bürgermeister, der darauf hinwies, dass das Windkraftprojekt Chancen für die Stadt Bad Arolsen, für die Bergstadt Landau und diejenigen Bürger biete, die bereit seien, sich finanziell zu engagieren. Seit einem halben Jahr habe sich der Ortsbeirat trotz der Vorgeschichte und der breiten Ablehnung des Jahres 2005 mit dem Thema befasst, berichtete auch Ortsvorsteher Tino Hentrich: „Die Zeiten ändern sich. Wir im Ortsbeirat brauchen jetzt ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung.“ Das bekam er auch nach der Vorstellung der Pläne: Noch immer gibt es Vorbehalte gegen einen Windpark vor den Toren der Stadt. Nicht wenige Landauer sorgen sich, dass der Blick auf ihre historische Altstadt verstellt werden könnte. Auch der Gedanke, beim Aufstehen schon die drehenden Windmühlenflügel zu sehen, gefällt vielen nicht. Andererseits machte sich vor allem Christiane Deuse als treibende Kraft des Projektes „Landliebe“ für die moderne und saubere Art der Energiegewinnung stark. Es komme darauf an, der nachfolgenden Generation etwas Zukunftsweisendes zu hinterlassen. Einkommensmöglichkeiten und saubere Energie seien wichtige Beiträge für ein zukunftsfähiges Landau. In diesem Sinne warb sie auch für einen Energiemix aus Solardächern in der Altstadt und Biogasanlagen in der Gemarkung. Derartige Konzepte seien neuerdings Voraussetzung für die Aufnahme in städtebauliche Förderprogramme. Über die Details der Planung informierte Walter Dersch vom Maschinenring Waldeck-Frankenberg. Der Maschinenring wurde 1976 als Selbsthilfeorganisation der Landwirtschaft gegründet. Inzwischen gehören ihm 1200 Landwirte und 18 Kommunen im Landkreis an. Der Maschinenring fördert vor allem die überbetriebliche Maschinenverwendung. Darüber hinaus bemüht sich die Vereinigung, ihren Mitgliedern ein zweites Standbein durch Energiegewinnung zu ermöglichen. Eine Tochtergesellschaft des Maschinenrings tritt zum Beispiel als Betreiberin gewerblicher Windparkprojekte auf. Ziel sei es dabei, die Bürger vor Ort einzubinden, und zwar als Grundstückseigentümer und als Investoren. Das gelinge sehr gut in Helmscheid, Flechtdorf und Adorf. In Goddelsheim sei ein weiterer Windpark in Vorbereitung. Überall dort seien Flächenpools gegründet worden, die eine einheitliche Vermarktung der Flächen ermöglichen sollten. Das diene vor allem dem dörflichen Frieden.Von den ursprünglich für Landau geplanten elf Windkraftanlagen seien nach Rücksprache mit dem Bezirkskonservator nun nur sieben übrig geblieben. Für diese sieben Anlage werde – sofern dies in Landau mehrheitsfähig sei – ein Genehmigungsververfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz angestrebt.

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