Windpark Mengeringhausen nach sieben Jahren Planung eröffnet und mit Sekt "getauft"

Schäumendes Bekenntnis zur Energiewende

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Bürgermeister Jürgen van der beteiligte sich mit einem gezielten Strahl aus der Sektflasche an der "Taufe" der Windkraftanlage 2 im Windpark Mengeringhausen. Links wpd-Projektleiter Eckhard Darge, daneben wpd-Niederlassungsleiter Holger Groß. Nicht auf dem Bild Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke.

Bad Arolsen. Mit kräftigen Fontänen aus einer Sektflasche gegen die Windkraftanlage zwei wurde die Eröffnung des Windparks im Stadtwald Mengeringhausen nach sieben Jahren Planung und kontroverser Diskussion begossen.

 Mehrere hundert Bürger kamen zur Feier, deren Stimmung lediglich durch den einsetzenden Regen leicht getrübt wurde. Es blieb bei einigen dezenten Pfiffen eines Windparkgegners, statt Protest gab es ein klares Bekenntnis  der Redner zur Energiewende und zum Ausbau der Windkraftnutzung in der Region.

98 Prozent der Flächen tabu

Dabei machte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke deutlich, dass der im Oktober zur Verabschiedung anstehende Teilregionalplan Energie zwei Prozent der Fläche Nordhessens als vorrangig für die Nutzung durch Windkraftanlagen vorsehe, 98 Prozent allerdings davon ausgeschlossen würden.

Und bei der Prüfung der Standorte würden naturschutzrechtliche Gesichtspunkte genau beachtet. Glaubwürdige Prüfungsverfahren würden das Projekt begleiten, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. Und durch geänderte Bestimmungen zum Immissionsschutz könnten sich auch nach Baubeginn noch Änderungen für das Projekt ergeben.

Pachteinnahmen für die Stadt

Aktueller finanzieller Vorteil für die Stadt: Pro Anlage werden mindestens 30 000 Euro Pacht erzielt. Die Kommune hat von wpd die Option bekommen, eine Bürgerwindanlage zu betrieben. Die Beratungen hierzu laufen derzeit in den städtischen Gremien.

„Wir sind glücklich, die ersten sechs Windkraftanlagen in Betrieb nehmen zu dürfen“, betonte der Niederlasssungsleiter Kassel des Investors wpd, Holger Groß. Nach den noch laufenden technischen Prüfungen sei Ende des Monats mit der Inbetriebnahme und Einspeisung des Stroms in das öffentliche Netz zu rechnen.

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, sagte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. Es würden aber noch mehr Windkraftanlagen benötigt, um das Ziel zu erreichen, 100 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken. Die Landschaften veränderten sich, dies sei aber auch schon durch Stromleitungen oder Straßen geschehen.

 Klage gegen den RP

Für drei weitere Anlagen läuft noch die Prüfung beim Regierungspräsidium. Gegen die Reglementierung der Einschaltzeiten durch den RP hat wpd übrigens Klage erhoben. Es gebe 150 Nebenbestimmungen für den Windpark, sagte Projektleiter Eckhard Darge, bei 149 gebe es keinen Dissens.

Neben dem Windpark Mengeringhausen hat das Unternehmen wpd in der Region den fürstlich waldeckischen Wald im Blick. Der Investor ist nach einem Ausschreibungsverfahren dazu ausgewählt worden, im Forst Windkraftanlagen zu bauen. (ah)

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