Bad Arolser Stadtverordnete beschließen Aufstellung des Bebauungsplans „Arolser Holz“

Schrumpfende Mehrheit für Umgehung

Schwerverkehr belastet die Anwohner an der Ortsdurchfahrt von Wetterburg. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Wetterburg - Die Mehrheit der Stadtverordneten hat der Aufstellung des Bebauungsplans „Arolser Holz“ zugestimmt. Damit soll Planungsrecht für die Umgehung Wetterburg geschaffen werden.

In der etwa einstündigen Debatte vor zahlreichen Vertretern der Befürworter der Ortsumgehung und der Gegner wurden die unterschiedlichen Argumente dargelegt. Seit dem einstimmigen Votum vor vier Jahren (bei einer Enthaltung) ist die Mehrheit der Befürworter geringer geworden: 19 Stadtverordnete votierten am Mittwoch für den Bebauungsplan, sieben dagegen, fünf Stadtverordnete enthielten sich der Stimme.

Zuvor hatte Bürgermeister Jürgen van der Horst die Stadtverordneten daran erinnert, dass sie selbst dem Magistrat den Auftrag erteilt hätten, sich für die Umgehungsstraße einzusetzen. Nun gebe es eine Chance, die sich in den nächsten 30 Jahren nicht wieder bieten werde. Das Stadtparlament sei jetzt am Zuge. Zwar gebe es Beeinträchtigungen für Mensch und Natur, doch dürften sich die Stadtverordneten jetzt nicht vor der Entscheidung drücken.

Mit dem Aufstellungsbeschluss werde die Untersuchung verschiedener Varianten der Westumgehung der Kreisstraße 7 ermöglicht. Zudem könne nun unter der Regie von Hessen Mobil die Umweltverträglichkeitsstudie für die Trassen entlang der Bahnlinie (L 3080) und im Bereich „Arolser Holz“ begonnen werden.

Gespalten zeigte sich die CDU bei der Diskussion und der Abstimmung: Die Mehrheit der Fraktion sei indessen für die Nordumgehung entlang der Bahntrasse und eine Westumfahrung der Kreisstraße 7, erklärte Uwe Gottmann. Dadurch ergebe sich die Chance, auch Bad Arolsen vom Verkehr zu entlasten. Die von den Landwirten favorisierte Trasse durch das Wetterholz bringe mit täglich 1200 Kfz nicht die gewünschte Entlastung.

„Es ist echt dramatisch, was dort passiert“, räumte Gottmann. Die Landwirte „sind unsere Freunde“, bekräftigte er die Absicht, sie bei dem Ausgleich des Flächenverlustes unterstützen zu wollen. Für die Anwohner im Remmeker Feld bedeute die Umgehungsstraße eine Trennung und eine Wegnahme von ortsnahen Waldflächen.

„Uns bietet sich die einzige Chance, die Nordwest-Umgehung zu realisieren“, sagte Eberhard Eckhardt (SPD). Die Belange der Menschen in der Ortslage und die Förderung des Tourismus seien gewichtige Argumente für die Umfahrung. Zudem müsse die gesamte Entwicklung der Region betrachtet werden. Daher greife die Erklärung zu kurz, die Volkmarser müssten sich selbst um eine Entlastung bemühen, wenn sie schon die Stadt als Logistikstandort entwickeln wollten: „Wir brauchen Investitionen in Nordwaldeck.“ Die Entscheidung habe sich die Fraktion nicht leicht gemacht. Bei der Frage eines Flächenausgleichs seien, Stadt, Kreis und Waldeckische Domanialverwaltung gefragt, müssteN auch die Landwirte selbst Vorschläge machen. Optimistisch sei er bei der Frage eines Lärmschutzes im Bereich des Arolser Holzes.

Die FWG werde nun ihr Wahlversprechen einlösen, den Wetterburger Bürgern helfen zu wollen, sagte Frank Dastych. Dafür biete sich nun eine „historische und einmalige Chance“.

Manfred Wicker (FDP) erinnerte daran, dass im Tourismus am Twistesee Arbeitsplätze geschaffen und ebenso wie in den landwirtschaftlichen Betrieben Investitionen getätigt worden seien.

„Wir stehen zur Ortsumgehung, mit der die Bürger entlastet und ein Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet werden kann“, sagte Grünen-Sprecher Werner Stibbe. Fraktionskollegin Annegret Böhringer lehnte die Umgehungspläne ab, sie sei „erschrocken“ über die Einschnitte für die Landwirtschaft und die Beeinträchtigungen der Natur.

Für sie käme nur die Wetterholz-Trasse infrage. Die Verkehrsbelastung in der Kernstadt sei größer als in Wetterburg. Von den 20 Häusern in der Burgstraße seien einige nicht bewohnt.

Auch CDU-Stadtverordneter Stefan Massenkeil sprach sich gegen die Nord- und West-Umgehung und für die Wetterholz-Trasse aus. Bei intelligenter Verkehrslenkung könne diese entscheidend zur Entlastung der Ortsdurchfahrt vom Schwerverkehr beitragen.

„Es wird wohl auf ein Enteignungsverfahren hinauslaufen“, erklärte der Stadtverordnete Bernd Meier (Offene Liste) und am stärksten betroffener Landwirt. „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“, sagte Jörg Engelhard (Bürgerliste). Es werde „auf jeden Fall auch Verlierer geben“ bei einem Bau der geplanten Umgehungsstraße.

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