Bad Arolsen

Schwierige Jahre gemeistert

- Bad Arolsen (-ah-). Propst Helmut Wöllenstein hat Dekanin Ariane Vermeil Sonntagnachmittag aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.

„Wir können kaum ermessen, was es heißt, mit 52 Jahren wegen Multipler Sklerose den Ruhestand zu beantragen“, erklärte der Propst des Sprengels Waldeck und Marburg in einer von persönlichen Tönen geprägten Ansprache in der gut besuchten Stadtkirche in Bad Arolsen. Doch müsse auch das Befreiende gesehen werden, denn die Krankheit lasse sich mit Stress und der Bürde der Verantwortung nicht vereinbaren. Wöllenstein zeichnete den Werdegang der gebürtigen Rheinländerin (wir berichteten) nach, der sie nach dem Studium in Wuppertal und Göttingen nach Nordhessen und schließlich ins Waldecker Land führte, wo sie nach dem Vikariat in Wellen mit ihrem Ehemann Uwe Hoos-Vermeil eine Pfarrstelle in Freienhagen teilte. Vor zehn Jahren trat sie dann als Nachfolgerin des Dekans Heinz Gerlach die leitende und gestaltende Funktion im Kirchenkreis der Twiste an. „Noch nicht am Ziel“ Wöllenstein ging auch auf die anhaltenden Diskussionen über die Veränderungen der Strukturen an, die durch den Verlust von zehn Prozent der Gemeindeglieder (2000 in zehn Jahren)und den Rückgang der Einnahmen bedingt sind: Wir sind noch nicht am Ziel.“ Und: „Über diese Verluste dürfen wir uns selbst nicht verlieren“, mahnte Wölllenstein zum Zusammenhalt im Kirchenkreis. Der Propst hob die Umsetzung des Projektes „Mit Kindern neu anfangen“, die Stärkung der Jugendarbeit auf kirchlicher Ebene, die Zusammenarbeit mit der Stadt im Kindergarten-Zweckverband, die Ökumene und die Pflege der Partnerschaft mit der evangelischen Kirche auf Ostjava hervor. Gleich bleibende Freundlichkeit, die Fähigkeit zum genauen Zuhören, klare Aussagen und ein verschmitzter Humor kennzeichneten die scheidende Dekanin, sagte Wöllenstein. Als ordinierte Pfarrerin könne sie auch im Ruhestand aktiv bleiben. Zudem werde sie weiter an der Ausbildung von Prädikanten, bei der Gestaltung der Kindergottesdienste und der Abendgottesdienste Mitwrken. „Die Wirsing kochende Pfarrersfrau wird sie nicht werden, lieber Uwe“, rief der Propst dem Ehemann Hoos-Vermeil zu.Mehr in der gedruckten Ausgabe am 12.12.2011.

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