Ehrenbriefe des Landes Hessen für Heinrich Friele und Richard Bangert

Sportverein auf der Höhe der Zeit

Diemelstadt-Rhoden - Jung, dynamisch und traditionsbewusst präsentierte sich der TV Germania Rhoden beim Kommers zum 150-jährigen Bestehen in der Stadthalle.

Diemelstadt-Rhoden (ah). Die Jüngsten gaben gleich zu Beginn den Ton an und stürmten mit Luftballons die voll besetzte Halle. Vorsitzender Reiner Friele sieht neben dem ehrenamtlichen Engagement in den sieben Sparten und 22 Abteilungen die starke Präsenz von Kindern und Jugendlichen in dem 940 Mitglieder zählenden Verein als Grund dafür, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und bereits die 175-Jahr-Feier in den Blick zu nehmen. Jung geblieben „Ohne die Tradition zu vergessen, sind wir jung geblieben und sind mit der Zeit gegangen“, stellte Friele fest auch im Hinblick auf moderne Sportarten, die in das Vereinsleben integriert wurden. In seinem Rückblick hob er hervor, dass der TV 1924 die heutige Stadthalle errichtete, dass 1967 auf dem Sportgelände auf der Hude mit 1200 Teilnehmern das am stärksten besuchte Gauturnfest stattgefunden habe und immer wieder Spitzenleistungen von TV-Mitgliedern vollbracht wurden, Hermann Köhler etwa reiste als Leichtathlet zu den Olympischen Spielen. Der Verein leiste seinen Beitrag zur Gesunderhaltung und zur Integration verschiedener Gruppen der Gesellschaft, vermittle den Gedanken der Solidarität und gestalte das gesellschaftliche Leben mit. Bei allem ehrenamtlichen Einsatz sei der Verein auf die Unterstützung von Sponsoren und die öffentliche Förderung angewiesen, mit im Boot seien dabei die Stadt und der Kreis. Das schönste „Geschenk“ zum Jubiläum sei der rechtzeitige Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Stadthalle, die zugleich die zweite „Generalprobe“ absolviere, sagte Bürgermeister Elmar Schröder. Der Rathauschef lobte das ehrenamtliche Engagement, die laufende Weiterentwicklung des Vereins und die enorme Vielfalt des Angebots. Der TV beflügele mit seiner Arbeit das Gemeinwesen. Rhoden geprägt Als größter Verein habe der Turnverein den Ort maßgeblich geprägt, stellte Ortsvorsteher Helmut Butterweck fest. Der TV trage dazu bei, Rhoden lebenswert zu erhalten. Jeder zweite Einwohner habe eine „Heimat“ im TV Germania, sagte Kreisbeigeordnete Hannelore Behle. Als „zentrale Institution“ fördere er den Zusammenhalt und den Gemeinschaftsgeist. Der Verein mache sich um den Breitensport und die Jugendarbeit verdient und erbringe mit dem sportlichen Angebot an die Jugendlichen des Boxcamps Kannenberg soziales Engagement. Für die vielfältigen Verdienste überreichte sie dem Vorsitzenden des TV Germania die silberne Ehrenplakette des Landes Hessen. Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen zeichnete sie den TV-Geschäftsführer Richard Bangert und den langjährigen Turner-Funktionär Heinrich Friele, beide „Urgesteine“ der Waldecker Sportszene, aus. Der 2012 mit dem DFB-Ehrenpreis ausgezeichnete Bangert ist seit vielen Jahre TV-Geschäftsführer, hat 2004 das Westheimer Fußballhallenturnier mit initiiert, die Spielgemeinschaft mit Schmillinghausen angestoßen und war darüber hinaus in der Feuerwehr, beim Jagdverband sowie als ehemaliger Standesbeamter Mitglied im Personalrat der Stadt. Zudem fungierte er als stellvertretender Schiedsmann. Der mit dem Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnete Heinrich Friele war von 1973 bis 1988 Geschäftsführer des Turngaus Waldeck, organisierte die Ettelsbergfeste und engagierte sich im Förderverein Turnen in Waldeck und in der Kreissportkommission. Darüber hinaus widmet er seine Zeit dem Waldeckischen Geschichtsverein, dem Verein Historisches Ortsbild und dem Museum für Waldarbeit. Als Stadtarchivar ist er mit den Dokumenten und alten Fotos zur Geschichte Diemelstadts vertraut, außerdem betätigt sich Friele als Stadtführer. Ein Segen Die Ehrenamtlichen seien zu einem Segen anderer Menschen geworden, stellte Pfarrerin Claudia Engler fest, und Heinz-Otto Kröck (Schlossberg-Schule) hob die Verbindung zwischen Verein und Schule hervor. Die Sportförderung in Hessen sei ordentlich, sagte MdL Armin Schwarz. Gleichwohl sei auch Sponsoring erforderlich. Vereine würden für die Jugendarbeit und die Gestaltung des Dorflebens benötigt, stellte Landtagskandidat Dr. Christoph Weltecke fest. Stellvertretend für die Sportvereine aus der Umgebung gratulierte der Twistetaler Bürgermeister Stefan Dittmann (zugleich TSV Twiste). Glückwünsche übermittelte der Ehrenvorsitzende des Sportkreises Weimarer Land, Lothar Bartholomäus, aus der Partnerstadt Kranichfeld.Der von der stellvertretenden Vorsitzenden Bettina Ossig-Gottmann moderierte Kommersabend war mit einem Festzug der örtlichen Vereine zu den Klängen des Musikvereins Ossendorf eröffnet worden. Für Abwechslung sorgten die „Tanz-Bienchen“, die Tanzgruppe „La Vie“ sowie der Kirchenchor, die Posaunenbläser und der MGV „Concordia“, der für das Fest den Song „An Tagen wie diesen“ von der Punk-Band „Die Toten Hosen“ unter Leitung von Daniela Sauerland einstudierte.

„Ohne Ehrenamtliche gäbe es den TV Germania Rhoden nicht schon 150 Jahre“, stellte die Kreisbeigeordnete Hannelore Behle treffend fest. Neben den von ihr überreichten Ehrenbriefen für Heinrich Friele und Richard Bangert gab es im Laufe des Kommersabends weitere Ehrungen: Im Namen des hiesigen Sportkreises überreichte stellvertretender Vorsitzender Gerhard Gottmann Renate Sinemus und Horst Sinemus die Ehrennadel für deren langjährigen Einsatz im Vorstand. Der Ehrenpräsident des Hessischen Turnverbandes, Rolf-Dieter Beinhoff, überreichte dem Verein die Friedrich-Ludwig- Jahn-Plakette sowie Gutscheine für die Übungsleiter-Ausbildung. Die silberne Ehrennadel des HTV überreichte vom Turngau Waldeck Hermann Emde an Erika Melcher, Heide Stöckel und Anke Gräbe; die Plakette des TG Waldeck bekamen Birgit Bracht, Monika Gerke, Silke Bracht und Doris Dinger-Pawelzig. Der Ehrenvorsitzende des Handballkreises, Horst-Dieter Sauer, überreichte die silberne Aktivennadel des Hessischen Handballverbandes an Ulrich Gerke sowie Bronze für Stefan Bolte, Fernando Coelho, Manuel Coelho, Michael Klawun, Jörg Schade und Michael Wienroth. Zudem hatte er für Heinrich Friele ein besonderes Präsent parat: eine Ehrennadel vom ersten Hermannslauf 1925, den der Deutsche Turnerbund ausgerichtet hatte.Ehrenbriefe des Hessischen Fußballverbands bekamen Dirk Walter, Hendrik Kahlhöfer, Michael Hoppe und Reiner Friele. Urkunden des HFV und des DFB überreichte der stellvertretende Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann für 50 Jahre Fußballabteilung.

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