Bürgermeister in Schmillinghausen: „Keine Garantie für 25 Jahre möglich“

Stadt steht zu der Kindertagesstätte

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Die Gruppe des Kindergartens Schmillinghausen.

Bad Arolsen-Schmillinghausen - Die Stadt steht weiterhin zu dem Kindergarten in Schmillinghausen, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst in einer Ortsbeiratssitzung vor 70 Bürgern betonte.

So viele Bürger habe er noch nie zu einer Ortsbeiratssitzung begrüßt, sagte Ortsvorsteher Rolf Engelhard am Dienstagabend im fast voll besetzten Saal der Festhalle. Im Raum stand – im übertragenen Sinne – die Ablehnung eines Zuschussantrags des evangelischen Kindergartenzweckverbands für die Einrichtung einer Gruppe für unter dreijährige Kinder.

Die Anmerkung aus dem Kreishaus vom 14. Juni, wonach die Stadt den Antrag nicht positiv begleite, sorgte für so viel Zündstoff, dass eine öffentliche Veranstaltung mit dem Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst zum Jahresende überfällig war.

Aufhorchen ließ eine Erklärung von Pfarrerin Marianne Maltzahn, wonach dringend Auflagen des Brandschutzes im Kindergarten erfüllt werden müssten (siehe weiteren Bericht). Sorgen um Erhalt Die Schmillinghäuser sorgen sich angesichts der schwankenden Zahlen in der evangelischen Kindertagesstätte um den Erhalt der Einrichtung, derzeit sind es 14 Jungen und Mädchen.

Und die Kirchengemeinde hat zusammen mit dem Förderverein des Kindergartens eine Spendenaktion gestartet, um den Ausbau des Kindergartens eventuell auch ohne einen Zuschuss des Kreises zu ermöglichen. Verärgert reagierten die Bürger auf die aus dem Kreishaus übermittelte, angeblich negative Einschätzung der Stadt vom Frühsommer. Bürgermeister van der Horst machte dagegen deutlich, dass der Magistrat den Antrag des Zweckverbands auf Zuschüsse für U3-Gruppen sowohl für die Kernstadt als auch für die Ortsteile unterstützt habe.

Die Einschätzung des Kreises, wonach die Stadt den Antrag nicht unterstütze, basiere vermutlich auf der mündlichen Erklärung eines Mitarbeiters. Der Abteilungsleiter erkläre jedoch, dass er keine negative Stellungnahme abgegeben habe. Maßgeblich, unterstrich van der Horst im Laufe der Diskussion, sei gerade bei solchen sensiblen Themen die Aussage des Rathauschefs. Und van der Horst betonte, dass es keine Pläne für eine Schließung des Kindergartens in Schmillinghausen gebe. Dazu gebe es auch einen Parlamentsbeschluss, wonach die kleinen Kindergartengruppen erhalten werden sollen. Allerdings gebe es eine untere Grenze von schätzungsweise drei bis fünf Kindern, an der man sich fragen müsse, ob eine pädagogische Arbeit dann noch sinnvoll sei.

Mit dieser Einschätzung stieß van der Horst bei der Sitzung am Dienstagabend auch auf Zustimmung. Der Bürgermeister unterstrich, dass die Stadt nicht die vom Kreis geforderte Garantie für die Aufrechterhaltung der Kindertagesstätte über 25 Jahre hinweg geben könne.

Diese Zusage wäre nötig, um den Zuschuss zu bekommen. Und sie würde die Stadt dazu verpflichten, bei einer vorzeitigen Schließung der Tagesstätte den Zuschuss zurückzuzahlen. Angesichts der demografischen Entwicklung und der bisher stark schwankenden Zahlen im Kindergarten Schmillinghausen könne diese Garantie nicht erwartet werden. Diskutiert wird derzeit eine vom Zweckverband beabsichtigte Erweiterung für 26 000 Euro. Van der Horst betonte, dass eine Sicherung des Kindergartens durch Einrichtung einer U-3-Gruppe nicht sinnvoll sei. Hier müssten zwei verschiedene Betreuungskonzepte mit verschiedenen Erziehern umgesetzt werden. Nach Einschätzung des Bürgermeisters und des Ortsvorstehers gibt es eine Reihe von Fragen zu klären.

Darunter auch die Möglichkeit, mit einer drei Jahre geltenden Bedarfsplanung an Fördermittel zu kommen. Im neuen Jahr sollen diese Fragen im Kuratorium des Zweckverbands diskutiert werden. Zeit genug, nach Auffassung des Rathauschefs, in einem weiteren Anlauf einen Zuschuss zu beantragen.

Aus Schmillinghausen wurde jedenfalls die Forderung unterstrichen, den Kindergarten zu erhalten. Kindergartenleiterin Ingrid Hoppe, Pfarrerin Marianne Maltzahn und Elmar Kottenstede vertraten dabei den 50 Mitglieder starken Förderverein.

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