Volkmarsen

Stadt Volkmarsen schichtet Kredite um und entlastet so den städtischen Haushalt

- Volkmarsen (-es-). Keine Panik, keine abstürzenden Kurven. Stattdessen „Business as usual“. – Von Krise ist im Entwurf für den Volkmarser Haushaltsplan für das kommende Jahr wenig zu spüren. – Bis jetzt – zum Glück! – Stattdessen bemüht sich die Stadt, vom aktuellen niedrigen Zinsniveau für Kurzzeitkredite zu profitieren. Konsequent werden langfristige Kredite zu höheren Zinsen abgelöst und in Kassenkredite mit kurzer Laufzeit und niedrigen Zinsen umgewandelt. Als Kreditnehmer mit bester Bonität kann die Stadt bei Umkehr des Zinstrends jederzeit wieder umschichten. Das kann ein Privatmann nicht.

Bürgermeister Hartmut Linnekugel legte am Dienstagabend als erster Bürgermeister im Wal­decker Land seinen Etatentwurf im Stadtparlament vor. Einen Grund zum Jubeln liefert das 240-seitige Zahlenwerk freilich nicht. Nach wie vor klafft ein Loch zwischen den laufenden Einnahmen und den regelmäßigen Aufwendungen für die Verwaltung. Die Lücke wird sogar um rund 470 000 Euro größer. Ist im laufenden Jahr noch ein Defizit von 770 000 Euro eingeplant, werden es im kommenden Jahr rund 1,24 Millionen Euro Unterdeckung sein. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt der Rathauschef die um 400 000 Euro schrumpfenden Schlüsselzuweisungen des Landes. Außerdem ist mit einem Minus von 130 000 Euro bei der Einkommensteuer zu rechnen. Im Jahr zwei nach Beginn der Finanzkrise hätte man aber mit schlimmeren Einbrüchen auf der Einnahmenseite gerechnet. Die genannten Zahlen bewegen sich im Rahmen der üblichen Schwankungsbreite. Insgesamt rechnet der Bürgermeister im kommenden Jahr mit Einnahmen von 7,9 Millionen Euro, dabei stellen Steuern und Zuweisungen mit 68 Prozent den größten Posten dar. (1,6 Millionen Euro Schlüsselzuweisungen, 860 000 Euro Gewerbesteuer, 610 000 Euro Grundsteuer A und B. Aus privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Leistungsentgelten werden rund zwölf Prozent erwartet. Hierzu gehören unter anderem Erträge aus Vermietung und Verpachtung, Gebühren und Verwarngelder. Auf der Aufwandsseite ist mit Ausgaben in Höhe von 9,2 Millionen Euro zu rechnen, davon 1,8 Millionen Euro Kreisumlage, 878 000 Euro Schulumlage sowie 1,8 Millionen Euro Personalkosten. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen schlagen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Einen Tiefstand erreichen die Investitionen mit 443 000 Euro gegenüber 878 000 Euro im laufenden Jahr. Rund 100 000 Euro sind für Grundstücksankäufe reserviert, für knapp 20 000 Euro werden Feldwege saniert. Knapp 70 000 Euro fließen noch einmal zur Finanzierung von privaten Baumaßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung. Außerdem gibt die Stadt einen 60 000-Euro-Zuschuss für Investitionen am Sauerbrunnen.Deutlich kräftiger fallen die Investitionen bei den Stadtwerken aus. Hier soll ein Millionen-Kredit aus dem Sofortprogramm „Abwasser“ in Kanalbaumaßnahmen gesteckt werden. (es)

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