Stadtverordnete erteilen dem Bürgermeister Kreditermächtigung zum Wohnungsbau

Schlüsselfertig bauen auf dem Hagen

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Das ehemalige Georg-Friedrich-Casino am Rande der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne soll das Verwaltungs- und Sanitätsgebäude der künftigen Wohnsiedlung für rund 500 Flüchtlinge werden.

Mengeringhausen. Dass die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung mitten in der Mengeringhäuser Altstadt völlig fehl am Platze ist, haben die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend noch einmal deutlich herausgearbeitet.

 Die Belegung der von den Mengeringhäusern überaus intensiv genutzten Stadthalle wird ebenso störend empfunden wie die Blockade der beiden benachbarten Sporthallen, die nicht mehr für den Vereins- und Schulsport genutzt werden können. Ebenso ärgerlich sind die weiten Umwege, die nun gefahren werden müssen, der Viehmarktsweg unter dem Viadukt durch die Absperrungen unterbrochen ist. Darüber klagte im Namen vieler Betroffener der Stadtverordnete Rolf Engelhard.

Immerhin: Als positiv wird das Signal empfunden, die weiträumige Absperrung demnächst so zu verändern, dass der Hartplatz wieder von den TuSpo-Fußballern genutzt werden kann.

Um die für alle Beteiligten – auch die rund 250 Flüchtlinge in den drei Hallen – unbefriedigende Situation zu beenden und zu verbessern, hat Bürgermeister Jürgen van der Horst bekanntlich eine eigene Exit-Strategie vorbereitet. Die sieht vor, dass die städtische Bioenergiepark GmbH auf dem Hagen das ehemalige Offizierscasino, das Georg-Friedrich-Kasino, zurückkauft und zur Verwaltungszentrale für ein noch zu bauendes Flüchtlingsdorf macht.

Geplant sind vier Gebäude in Holzständer-Bauweise. Diese Häuser können nach ein paar Jahren, wenn wieder Normalität eingetreten ist, problemlos abgebaut und an anderen Orten wieder aufgebaut werden.

Bürgermeister van der Horst berichtete am Donnerstag im Stadtparlament, dass die eigentlich zuständigen Landesbehörden derzeit überlastet seien. Deshalb habe sich die Stadt angeboten, dem Land Hessen eine schlüsselfertige Lösung bauen zu lassen. Sämtliche Kosten würden am Ende mit dem Land Hessen abgerechnet. Zur Vorfinanzierung des Projektes benötige die Bioengergiepark GmbH aber eine Kreditermächtigung über maximal 700 000 Euro.

Er sei sicher, dass nicht die gesamte Summe benötigt werde. Um aber handlungsfähig zu sein, müsse der Spielraum da sein. Das Risiko für die Stadt sei angesichts des Vertragspartners Land Hessen abgesichert. Es sei auch zu erwarten, dass das Darlehen spätestens nach zwei Jahren abgelöst sei.

Van der Horst: „Ich bitte da jetzt um einen Vertrauensvorschuss. Ich kann zwar nicht sagen, wann der Umzug von der Altstadt auf den Hagen erfolgen kann. Ich bin aber optimistisch, dass wir Anfang 2016 an den Start gehen können.“

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