Gemeinde Twistetal gibt Stellungnahmen zum Bau von Anlagen ab

Standorte für Windkraft einschränken

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Die derzeit bestehenden Windkraftanlagen bei Gembeck. Sie sollen rückgebaut und an anderer Stelle ein Repowering vorgenommen werden. Foto: Armin Haß

Twistetal. - Die Ausweisung von Windvorrangflächen in Twistetal ist weiter umstritten, wie die Parlamentsdebatte deutlich machte.

Als mögliche Windenergiestandorte sind Flächen bei Ober-Waroldern vorgesehen, wo bereits Anlagen laufen und neue Pläne für einen Windpark am Holzhäuser Berg verwirklicht werden sollen. Ferner sollen Flächen bei Gembeck für ein Repowering und weitere Areale an der Matzenhöhe planerisch als Vorrangflächen dargestellt werden. „Es geht uns um eine Konzentration der Windkraftstandorte“, betonte Bürgermeister Stefan Dittmann. Der zustimmenden Stellungnahme der Gemeinde an das Regierungspräsidium sind kritische bis ablehnende Schreiben des Ortsbeirats Gembeck und aus Twiste beigefügt. Dieses „Paket“ wurde von der überwiegenden Zahl der Gemeindevertreter beschlossen.

Vergeblich versuchte Otto Paul (SPD), eine getrennte Abstimmung über die einzelnen Punkte zu erreichen und die Windvorrangfläche an der Matzenhöhe nicht nach Süden hin auszudehnen. Dieser Änderungsantrag scheiterte knapp bei acht Ja- und ebenso vielen Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. „Der Bau von Windkraftanlagen ist nicht nur eine optische Frage, sondern verursacht auch Flächenverluste“, argumentierte Paul. Es sei doch nicht zwingend, neue Flächen auszuweisen, sagte Günther Lindenborn (SPD). Einerseits wolle die Gemeinde neue Bürger anlocken, andererseits sei der Ort bald umgeben von Windkraftanlagen. Und Wilhelm Hundertmark (FDP) spricht sich speziell gegen Anlagen im Wald aus.

„Es geht doch nur um die wenigen Standorte, die noch infrage kommen“, meinte Reinhard Deutschendorf (Bündnis 90/Die Grünen). Die Grenzen des Möglichen würden erreicht. Letztlich sei es auch die Frage, ob überhaupt noch Investoren gefunden werden könnten. Schließlich gab er zu bedenken, dass das geplante Repowering bei Gembeck für die Bürger doch mehr Lebensqualität bedeute, wenn dafür doch die alten Anlagen unmittelbar nördlich neben dem Dorf abgebaut würden. (ah)

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