Warburger Heimatkundler hat sich auf Grenzsteine rund um Waldeck spezialisiert

Stets Kreuz und Stern im Blick

Ein Kreuz auf der sauerländischen Seite steht für den Herrschaftsanspruch der Kölner Fürstbischöfe, der Waldecker Stern auf der anderen Seite markiert das Fürstentum Waldeck.

Warburg-Scherfede - 1562 historische Landesgrenzsteine hat Konrad Waldeyer rund um das Fürstentum Waldeck erwandert, kartiert und fotografiert.

Über 315 Kilometer erstreckt sich der alte Grenzverlauf und berührt dabei die ehemaligen Besitztümer des Hochstifts Paderborn, der Fürstentümer Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt sowie die Herrschaftsbereiche der Fürstbischöfe von Kurköln und Kurmainz.

Bei einem Vortrag im Waldinformationszentrum Hammerhof wird der Warburger Grenzsteinexperte am Mittwoch, 27. November, um 19 Uhr schwerpunktmäßig über die 440 Grenzsteine zwischen Waldeck und Kurköln sprechen und da wiederum vor allem über die Steine in der Grenzregion des Sauerlands. Die kurkölnische Enklave von Volkmarsen wird allein von 74 Landesgrenzsteinen markiert.

Waldeyer, der viele Jahrzehnte als Orts-, Stadt- und Kreisheimatpfleger im Landkreis Höxter engagiert war, hat sich nach seiner Pensionierung bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf die Erforschung der Landesgrenzsteine konzentriert. Sie heben sich von den üblichen Gemarkungsgrenzsteinen alleine durch ihre schiere Größe ab. Bis zu 800 Kilogramm kann so ein Stein auf die Waage bringen und bis zu 1,20 Meter aus der Erde ragen. In der Regel sind auf ihm die jeweiligen Hoheitskennzeichen von Steinmetzen eingraviert: Ein Kreuz für Kurköln und der markante Stern für das Wal­decker Land.

Offenbar aber waren sich die Steinmetze in früheren Zeiten nicht ganz einig darüber, wie viele Zacken der Waldecker Stern haben sollte. Waldeyer fand auf seinen Entdeckungsreisen Sterne mit fünf, sechs, sieben, acht und sogar neun Zacken. Richtig wären acht.

Über die genaue Position der Landesgrenzsteine gibt es zahlreiche Schriften in den Staatsarchiven der Rechtsnachfolger der betroffenen Länder. Hilfreich waren für Waldeyer auch frühere Buchveröffentlichungen und Gespräche mit örtlichen Heimatforschern und Schnadekundigen.

Doch trotz all der vielen früheren Veröffentlichungen gab es bis zur Forschungsarbeit von Konrad Waldeyer noch keine zusammenfassende Dokumentation über alle Grenzsteine. Bei der richtigen historischen Einordnung der steinernen Zeugen aus alter Zeit helfen territorialgeschichtliches Wissen und manchmal sogar kriminalistischer Spürsinn.

Dass sein Werk nun in Papierform erscheinen wird wie eine frühere Arbeit über die Grenzsteine im Landkreis Höxter, ist aber unwahrscheinlich: Der Umfang wäre wohl zu groß für ein Buch in vergleichsweise kleiner Auflage. Kein Problem aber dürfte eine digitale Zusammenfassung auf CD sein. Hierfür hat Waldeyer schon Tausende Fotos, GPS-Koordinaten und viele Dokumente mehr gesammelt.

Einen Einblick in seine Forschungsarbeit erlaubt am 27. November sein Vortrag im Auditorium des „Hammerhofes“.

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