Aufgabenkatalog wurde abgearbeitet · Planung und Finanzierung sichern

Straßenplanung in Rekordzeit

Jochen Siebert aus Ehringen war einer von vielen engagierten Fragestellern bei der Bürgerversammlung in Volkmarsen zum Thema Umgehungsstraße und Logistik-Erweiterung.

Volkmarsen - Rund zehn Millionen Euro soll sie kosten, die 4,5 Kilometer lange Nord-West-Umfahrung von Volkmarsen. Vor genau einem Jahr hat Landrat Dr. Reinhard Kubat den Bau dieser Kreisstraße angeregt, um damit den Gegnern des Logistikzentrums den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nun sollen den Worten Taten folgen.

Hans-Dieter Gasch ist einer der erfahrensten Straßenplaner der Region. Kurz vor Eintritt in den Ruhestand hat Hessen-Mobil ihn als Chefplaner für die neue Kreisstraße eingesetzt. Eine Aufgabe, die den Ruhestand wahrlich zum Unruhestand macht. Doch für Gasch dürfte die neue Aufgabe eine besondere Herausforderung sein.

Bis ins Detail geplant

Denn anders als bei anderen Umgehungsstraßen wird hier nicht ein langwieriges Planfeststellungsverfahren nach Bundesfernstraßengesetz in Gang gesetzt. Vielmehr soll das Baurecht für die Umgehungsstraße mit einem Bebauungsplan geschaffen werden. Voraussetzung hierfür sind eine Abweichung vom Regionalplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans.

Der Bebauungsplan wiederum muss dann so detailliert sein, dass hierin alle relevanten Aspekte vom Kurvenradius über die naturschutzrechtlichen Gutachten bis hin zu den hydraulischen Überlegungen im Überschwemmungsgebiet von Twiste und Wande gerichtsfest abgearbeitet und abgewogen werden.

Schutzgut Mensch

Hierbei ist die jahrzehntelange Erfahrung von Hans-Dieter Gasch entscheidend. In Rekordzeit wurden mehrere Streckenvarianten intensiv untersucht, um am Ende diejenige Trasse herauszufiltern, die allen verkehrstechnischen, aber auch naturschutzrechtlichen Anforderungen entspricht und zudem noch die Bewohner der vier Aussiedlerhöfe möglichst wenig beeinträchtigt.

Der Anschluss an das vorhandene Straßennetz soll über Kreisverkehrsplätze erfolgen. Die Überschwemmungsgebiete von Twiste und Wande werden auf dem kürzestmöglichen Weg gekreuzt. Außerdem soll die neue Kreisstraße, wo immer möglich, vorhandene Wirtschaftswege nutzen. Das vorliegende Verkehrsgutachten beruht auf aktuellen Zählungen und einer Befragung von 3315 Autofahrern im Juni. Außerdem sind in die Prognosen auch die Zahlen automatischer Verkehrsmessungsgeräte eingeflossen.

Schwerverkehr zur Autobahn

Ergebnis: Rund die Hälfte aller Verkehrsbewegungen sind Ziel- und Quellverkehr. Auf der Warburger Straße bewegen sich am Tag zwischen 4500 und 5000 Fahrzeuge, auf der Arolser und Kasseler Straße sind es jeweils rund 7000. Die Umgehungsstraße soll bis zu 3000 Fahrzeuge am Tag aufnehmen und von der Arolser Straße auf die Landesstraße in Richtung Warburg führen, vor allem den Schwerverkehr von und zum vorhandenen und künftig noch größeren Logistikzentrum.

Ziel ist es, sämtliche Logistikfahrten auf den Autobahnanschluss bei Warburg umzuleiten. Volkswagen hat bereits zugesagt, die zusätzlichen Lkw-Kilometer zu bezahlen.

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