Hilfstransport von Diemelstadt in die Überschwemmungsgebiete

Heu und Stroh fast so wertvoll wie Gold

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Sie opferten ihr freies Wochenende, um zwischen Elbe und Saale konkrete Hilfe zu leisten: Von der Firma Sprick Christian Robe und Jörg Sinemus, von der Firma Malderle Marco Malderle und Andreas Müller, von der Firma Schwarz Oliver Preising und Dominik Leifels, von der Firma Sieke Walter Juckenath, von der Firma Varlemann aus Wrexen Werner Ständecke und von der Firma Funke aus Volkmarsen Mario Kühne. Begleitet wurden die Helfer vom Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt - 130 Rundballen Heu und Stroh haben neun freiwillige Helfer aus Diemelstadt und Volkmarsen am Sonntag von Erwitte nach Aken in das Hochwassergebiet bei Dessau transportiert.

Nach 14 Stunden auf der Autobahn kehrten die Helfer, unter ihnen Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder, wohlbehalten ins Waldecker Land zurück und zogen vor der Stadthalle Rhoden eine zufriedene Bilanz.

Ernte ist vernichtet

Unterwegs habe er sich manches Mal gefragt, ob die Aktion denn wirklich sinnvoll sei, gesteht Werner Ständecke am Ende eines langen Tages auf der Autobahn. Doch nachdem er die glücklichen Gesichter der Landwirte gesehen habe, seien alle Zweifel verflogen: „Das Hochwasser hat riesige Landstriche überflutet und verwüstet. Die Ernte ist nicht zu gebrauchen. Weil das Wasser durch das ausgelaufene Heizöl und andere Chemikalien verschmutzt wurde, gilt die Feldfrucht, die damit in Berührung kam, als Sondermüll und darf nicht verfüttert werden. Viele Landwirte stehen vor dem nichts.“

Deshalb waren die 130 Rundballen Heu und Stroh aus Westfalen hoch willkommen. Angeregt wurde die Hilfsaktion von Svenja Emmerich, ehemals Wrexen, heute Erlinghausen. Ursprünglich wollten die Truckerfreunde NRW aus Erwitte den Transport organisieren. Als dann am Ende die Transportkapazitäten knapp wurden, sprangen die Diemelstädter Speditionen Malderle, Schwarz, Sieke und Varlemann ein. Auch die Wrexer Papierfabrik Sprick und die Firma Funke aus Volkmarsen stellten je einen 40-Tonner zur Verfügung.

Erstaunlich große Flotte

„Auf diese Weise habe ich erfahren, dass wir in Diemelstadt fast 140 Speditions-Lkw angemeldet haben“, schwärmte Bürgermeister Schröder und lobte das Engagement der Spediteure und ihrer Fahrer, die immerhin einen freien Sonntag opferten. Zur Deckung der Kosten steuerte die Stadt Diemelstadt einen Zuschuss zu den Dieselkosten von 300 Euro je Lkw bei. Schröder: „Das ist der Beitrag der Diemelstadt zur Linderung der Hochwasserschäden.“

Außerdem kümmerte sich das städtische Ordnungsamt um die nötigen Ausnahmegenehmigungen vom Sonntagsfahrverbot für die beteiligten Lkw.

Das Städtchen Aken bei Dessau war in den vergangenen Wochen gleich zweimal vom Hochwasser betroffen. Zum einen kamen die Fluten der Elbe über die Felder, als ein Dammbruch angeordnet wurde, um die Stadt Magdeburg zu entlasten. Dann trat auch die Saale über die Ufer. Für die Menschen in der Region wird seitdem auf vielfältige Weise gesorgt.

Willkommene Hilfe

Schwieriger ist da oft die Hilfe für die Tiere. Die Landwirte der Region wissen nicht, wo sie das Futter für ihre Rinder herbekommen sollen. In dieser Situation war die Hilfe aus Westfalen und Waldeck höchst willkommen. Die Helfer aus Diemelstadt sahen Tränen der Erleichterung in den Augen der vier am Sonntag besuchten Landwirte.

Bürgermeister Schröder fasste seine Erlebnisse vom Sonntag so zusammen: „Alle Fahrer fanden es super, einmal über die Firmengrenzen zusammen im Konvoi zu fahren. Es wurde großer Wert darauf gelegt, dass man sowohl Hin- als auch Rückweg auf die schwächste Zugmaschine abstimmt, um mit CB-Funkkontakt im Konvoi zu fahren.“

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