Bad Arolsen beginnt mit Umrüstung der Straßenlaternen

Stromrechnung wird halbiert

Bürgermeister Jürgen van der Horst und BAK-Chef Dr. Gerd Wüllner präsentieren eine der modernen LED-Leuchten, die künftig in Bad Arolsen aufgestellt werden. Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Aus dem Jahr 1959 stammt die älteste Straßenlaterne im Stadtgebiet. So verwundert es nicht, dass sich mit einer Umrüstung auf moderne LED-Technik eine Menge Geld sparen lässt.

Nach jahrelangen Vorplanungen und technischen Leistungsvergleichen beginnen die Bad Arolser Kommunalbetriebe (BAK) ab Monatsende mit der Austausch der Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet.

Bürgermeister Jürgen van der Horst rechnet mit einem Einsparvolumen von rund 50 Prozent beim jährlichen Stromverbrauch. Das entspricht 300000 Kilowattstunden zu je rund 20 Cent und entlastet die Stadt damit dauerhaft um 60000 Euro pro Jahr.

Die Umrüstungskosten in Höhe von rund 360000 Euro für den ersten Modernisierungsabschnitt werden vom Bund zu 25 Prozent gefördert. Die städtischen Mittel für die Umrüstung belaufen sich nach Abzug weiterer Zuschüsse auf 180000 Euro.

Doch die jetzt in Auftrag gegebene Umrüstung hat neben dem finanziellen Aspekt auch noch einen weiteren Hintergrund: Ein neuer EU-Standard verbietet den Gebrauch von Quecksilber-Dampflampen nach April 2015 hinaus.

Eine Inventur der BAK hat ergeben, dass der Großteil der 2230 Straßenleuchten im Stadtgebiet älter als 30 Jahre sind. In einem ersten Anlauf sollen daher 1164 veraltete Pilzleuchten mit Milchglas in Wohnstraßen durch moderne LED-Leuchtenköpfe ersetzt werden. Diese haben dann nur noch eine elektrische Leistung von 19 Watt statt bisher 80 oder gar 100 Watt. Ein ausgeklügeltes Spiegelsystem in den Leuchtenköpfen sorgt dafür, dass auf den Gehwegen dennoch mehr Licht ankommt.

Die Energieeinsparung ermöglicht es, künftig alle LED-Leuchten die ganze Nacht über eingeschaltet zu lassen. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ist allerdings eine Dimmung vorgesehen, so dass es keine Hell-Dunkel-Zonen mehr geben wird, wie sie bei der bisherigen Regelung auftraten, weil jede zweite Leuchte ausgeschaltet wurde.

Neuere Pilzsparleuchten bleiben weiterhin im Einsatz. Diese haben einen Klarglaszylinder und verfügen schon über sparsame und effektive Leuchtmittel.

Weil aber ein einheitliche Beleuchtung in den Ortsteilen und Wohnquartieren angestrebt wird, werden diese Pilzsparleuchten mit zweimal 18 Watt Energiesparlampen in einigen Bereichen abmontiert, um dann anderswo im Stadtgebiet wieder eingesetzt zu werden. Das ist konkret im Remmeker Feld, in Schmillinghausen und Bühle geplant.

BAK-Geschäftsführer Dr. Gerhard Wüllner erläutert: „In Wohnstraßen haben die Masten zumeist eine Höhe von 4,5 Metern. In den Durchgangsstraßen sind es sechs Meter und mehr. In diesen Höhen ist der energetische Unterschied zwischen LED-Lampen und den in den vergangenen Jahren bei Reparaturen eingebauten Natriumdampflampen nicht groß. Deshalb werden die Leuchtenköpfe mit Natriumdampflampen in Wohnstraßen abgebaut und an Durchgangsstraßen eingebaut.“

In einem zweiten Modernisierungsschritt werden im Laufe des nächsten Jahres unter anderem 235 weitere Leuchtenköpfe mit Natriumdampflampen für Durchgangsstraßen und das Gewerbegebiet Mengeringhäuser Feld beschafft.

Einen Sonderfall stellen die 158 Bogenmastleuchten dar, von denen 77 in der Bahnhofstraße zu finden sind. Über deren Ersatz wird der Magistrat im kommenden Jahr separat entscheiden. In den Altstädten von Landau, Mengeringhausen und Bad Arolsen sind die historisierenden Leuchten bereits in den vergangenen beiden Jahren technisch modernisiert worden. Drei Bautrupps der von den BAK beauftragten Experten von e.on Westfalen-Weser werden ab 28. Oktober mit dem Austausch beginnen.

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