Weitere Meldungen über Bussard-Attacken in Helser Gemarkung

Sturzflüge für den eigenen Nachwuchs

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Bussarde verteidigen ihre Jungtiere auch durch Scheinangriffe auf Wanderer und Jogger im Wald.

Bad Arolsen-Helsen - Vorsicht, Bussard-Angriffe!Mit einem Bussard oder sogar mehreren Artgenossen haben einige Wanderer und Jogger in der Helser Gemarkung unfreiwillig Bekanntschaft gemacht. Neben dem Helser, der am Montagabend von einem dieser Greifvögel im Sturzflug angegriffen und am Kopf leicht verletzt wurde, sind weitere Bürger attackiert worden.

Mitunter hat der gleiche Vogel den Betroffenen noch ein zweites Mal bedroht. Der Grund für dieses Verhalten ist gut nachvollziehbar: Die Bussarde haben im nahe gelegenen Wald einen Horst gebaut, um dort zwischen Frühling und Spätsommer Junge auszubrüten und den Nachwuchs großzuziehen. Menschen, die sich schnell bewegen, werden von den Vögeln als Bedrohung der Jungen empfunden. Besonders wenn Läufer, Radfahrer oder Wanderer allein unterwegs sind, laufen sie Gefahr, von einem Bussard in der Brutzeit angegriffen zu werden.

Ein Lied kann davon der Korbacher Läufer Uli Schalk singen, er hat nämlich auf seiner Webseite neben Läufer-Geschichten auch das Thema Bussard-Attacken aufgenommen, aus eigener, leidvoller Erfahrung, wie ein Bild des Sportlers mit blutenden Wunden am Kopf zeigt.

„Gestern hat Buteo buteo, wie er in der Fachsprache heißt, richtig zugepackt“, berichtet Schalk auf seiner Internetseite (http://www.ulischalk.de/archiv2011.htm). „Ohne Scheinangriff schoss der Bussard etwa 400 Meter unterhalb der Holzhäuser Teiche von hinten wie ein Geschoss auf meinen Kopf und verletzte mich auf Schädeldecke und Stirn. Ich war wie vom Faustschlag getroffen. Auf dem Schädel zog er eine 15 Zentimeter lange Spur der Verwüstung, auf der Stirn haute er mir seine Krallen fünf Zentimeter lang tief ins Fleisch. Sofort schoss das Blut in Strömen. Ich hatte Glück im Unglück, drei Zentimeter tiefer und er hätte mich am Auge verletzt. Nachdem sich der Schockzustand ein wenig legte, wurde ich im Krankenhaus notärztlich versorgt.“

Der Sportler kam drei Jahre zuvor noch glimpflich davon, wie er weiter berichtet. Ein Bussard hatte sich im Korbacher Raum mit Scheinangriffen begnügt. Der Korbacher offenbart Verständnis für das Verhalten des Greifvogels: „Der Bussard hat sich ganz natürlich verhalten. Er wollte nur sein Gelege verteidigen, mein schnelles Laufen interpretierte er wohl als Angriff auf seinen Horst.“

Die beste Chance, solchen Angriffen zu entgehen, bietet das Meiden von Gebieten, in denen der Bussard horstet. Wer dennoch in Wald und Flur seine Runde drehen möchte, sollte eine Kappe aufsetzen oder einen Stock in Horstnähe hochhalten - die Vögel greifen stets die höchstgelegenen Punkte an.

Auf keinen Fall sollte man um sich schlagen, beim nächsten Mal dürfte der Bussard umso heftigere Attacken fliegen.

Am besten zügig weiterlaufen. Der Greifvogel merkt dann, dass er sein Ziel erreicht hat und der Nachwuchs in Sicherheit ist.

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