Bad Arolsen

Suchdienst unterstützt EU-Forschungsprojekt

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- Bad Arolsen (r/es). Der Internationale Suchdienst beteiligt sich an einem auf vier Jahre angelegten Projekt zur Holocaust-Forschung. Mit dabei sind 20 namhafte Institutionen wie das Simon Wiesenthal-Institut und die Gedenkstätte Yad Vashem.

Unter der Schirmherrschaft von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy wurde in Brüssel der Startschuss zur Europäischen Infrastruktur für Holocaust-Forschung (EHRI - the European Holocaust Research Infrastructure) gegeben. EHRI soll Garant sein für höchste Standards bei der Erforschung der Geschichte des europäischen Kontinents. Gefördert mit sieben Millionen Euro von der Europäischen Union und vernetzt mit 20 Partnerorganisationen aus 13 Ländern, ist es das bislang wichtigste europäische Forschungsprojekt über die Tragödie des Holocaust. In den kommenden vier Jahren nehmen Forscher den Aufbau einer einzigartigen Datenbank in Angriff, die die derzeit über ganz Europa verstreuten Archivmaterialien in sich vereinigen soll. Forscher, aber auch Lehrer und Studenten, werden diese unermesslich reiche Quelle über die Geschichte des neuzeitlichen Europas nutzen. Ein spezieller Fokus wird auf der Bildung und Breitenwirkung liegen, da für ein größeres Publikum die Online-Verfügbarkeit und der uneingeschränkte Zugang zu Materialien zum Holocaust in der Form von Dokumenten, Objekten, Photos, Filmen und Kunstwerken sicher gestellt wird. Laut EHRI-Direktor, Dr. Conny Kristel, „geht es bei dieser gemeinsamen Unternehmung weltweit hoch angesehener Institute darum, Zugang zu Archiven zu gewähren und Sammlungen miteinander zu verknüpfen. Daraus werden zahlreiche Forscher, aber auch die breite Öffentlichkeit, Gewinn ziehen und selbst beisteuern zu einem höheren Niveau an Holocaust-Wissen und Wahrnehmung“. Die EHRI-Partner sind Forschungsinstitutionen, Bibliotheken, Archive, Museen und Gedenkstätten mit Sitz in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Israel, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und im Vereinigten Königreich. Ihre Wissenschaftler werden ihre Kräfte bündeln und die der Holocaust-Forschung über ganz Europa, Israel und anderswo verstreut verfügbaren Daten in ein kohärentes Forschungskorpus umwandeln. Osteuropa, wo die überwiegende Mehrheit der Holocaust-Opfer lebte, soll dabei einen Schwerpunkt bilden. EHRI wird eine virtuelle Forschungsumgebung entwickeln und einrichten, die Online-Zugang zu Archivmaterialien und zu einer Reihe von Hilfsmitteln für die Arbeit mit den Materialien bietet.

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