Bad Arolsen

Die Südafrikaner sind zurück in Arolsen

- Bad Arolsen (-es-). Nach neun Jahren an der deutschen Schule in Pretoria sind sie zurück in Bad Arolsen. Nach den Ferien unterrichtet Jürgen Säuberlich wieder an der Christian-Rauch-Schule, ab Februar ist Inge Säuberlich wieder an der Kaulbachschule.

Eigentlich wollte das Lehrerehepaar mit ihren beiden Kindern Sascha und Isabelle nur drei Jahre nach Südafrika. Dazu hatte sich Jürgen Säuberlich seinerzeit bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen beworben. Seine Frau Inge ließ sich für diese Zeit vom Land Hessen beurlauben.

Sascha Säuberlich war 2001 noch nicht mit seinen Eltern nach Südafrika gereist, sondern hatte es vorgezogen, in Arolsen sein Abitur zu machen. Mit dem Abschluss in der Tasche studierte er in Südafrika „Accounting Sciences“, vergleichbar mit Rechnungs- und Finanzwesen. Als „Chartered Accountant“ arbeitet er inzwischen bei einer südafrikanischen Privatbank in London. Seine jüngere Schwester Isabelle besuchte 2001 noch die zehnte Klasse, hatte also noch vier Jahre Schule in Südafrika vor sich. An der deutschen Schule legte sie nacheinander das südafrikanische Matrik in englischer Sprache und dann das deutsche Abitur ab. Inzwischen studiert sie in Mainz Englisch und Geographie fürs Lehramt. Ihre Mutter Inge Säuberlich hatte zu Beginn des großen Afrika-Abenteuers in Pretoria alle Hände voll zu tun, den Haushalt und Handwerker zu organisieren und als Chauffeurin für die Kinder zu fungieren. Auch als Fremdenführerin für die vielen Freunde aus Bad Arolsen, die immer wieder zu Besuch nach Südafrika kamen, hatte sie eine Menge zu tun. Wenn dann doch noch Zeit war, gab sie Förderunterricht in Französisch und half im Sport der Vorschule und der Primarstufe der deutschen Schule. Jürgen Säuberlich war als Oberstufenkoordinator sowie Studien- und Berufsberater oft den ganzen Tag in der Schule. Südafrikanische Schüler haben nämlich acht Schulstunden pro Tag. Zusätzlich zum regulären Unterricht kommen Arbeitsgemeinschaften, Frühschwimmen und Leichtathletik und vieles mehr. Die deutsche Schule in Pretoria mit ihren 600 bis 700 Schülern ist als Privatschule organisiert. Kinder von Botschaftsangehörigen, Mitarbeitern deutscher Firmen, Nachkommen deutscher Auswanderer, aber auch Kinder der schwarzen Mittel- und Oberschicht werden hier zum Abitur oder zum Realschulabschluss geführt. Unterrichtssprache in der Primar- und Sekundarstufe ist deutsch, in der Oberstufe gibt es deutschsprachige und englischsprachige Klassen. In Klasse 5 nimmt die Schule als Begegnungsschule auch Kinder aus den armen Townships auf. Aus den 36 Primarschulen werden die 25 besten Schüler ausgewählt, die dann Dank eines Förderprogramms der Bundesregierung in einer eigenen Klasse unterrichtet werden und dabei intensiven Deutschunterricht bekommen. Im vergangenen Jahr hat sogar ein Schüler aus einer dieser Förderklassen das deutsche Abitur geschafft.

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