Bad Arolsen

Tatwaffe in Holzstapel versteckt

- Bad Arolsen (-es-). Ein Hammer, ein Ratschenschlüssel, eine Pistole Walther PP Sport, ein 29 Zentimeter langer Schalldämpfer, 104 Schuss Munition Kaliber 22, eine Motorradmütze, ein paar Arbeitshandschuhe, ein einzelner Gummihandschuh und eine Kapuzenjacke. Ein Hammer, ein Ratschenschlüssel, eine Pistole Walther PP Sport, ein 29 Zentimeter langer Schalldämpfer, 104 Schuss Munition Kaliber 22, eine Motorradmütze, ein paar Arbeitshandschuhe, ein einzelner Gummihandschuh und eine Kapuzenjacke.

Wenige Stunden nach der Tat – die polizeilichen Ermittlungen waren in vollem Gange –war der Vater mit seinen beiden Kindern an den Twistesee gefahren, scheinbar um den herrlichen Sommertag zu genießen. Nach einer Tretbootfahrt zogen die drei zur Wasserskianlage, wo der 40-Jährige seinen Freund traf. Die Nachricht vom Tod der Mutter hatte sich bereits per Internet und Radio verbreitet und so umarmte der Freund den jetzt allein stehenden Vater – ohne von dessen Täterschaft auch nur etwas zu ahnen. Bei dieser Gelegenheit bat der 40-Jährige den Freund darum, bei nächster Gelegenheit einmal nach dem Holzstapel zu schauen und den dort deponierten Rucksack der Kinder in Verwahrung zu nehmen. Die Bitte geriet in Vergessenheit, und so dauerte es noch einen weiteren Tag, bis der Täter seinen Freund an den Rucksack erinnerte. Erst jetzt dämmerte es dem Freund, dass die Tasche etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Vor Gericht schilderte der Zeuge gestern, wie er den 40-Jährigen zunächst gefragt habe, ob die Tasche im Zusammenhang mit der Tat stehe. Dann habe er gefragt, ob er etwa seine Ex-Frau umgebracht oder vielleicht einen anderen mit der Tat beauftragt habe. Alle drei Fragen habe der Angeklagte mit Gesten und genuschelten Wortfetzen beantwortet und dabei den Oberkörper von rechts nach links gewunden. Da sei ihm alles klar gewesen, so der Zeuge. Er habe deutlich gemacht, dass er sich nicht in die Tat hineinziehen lassen wolle. Nach Rücksprache mit einem weiteren Freund habe man dann beschlossen, den persönlich bekannten, früheren Leiter der Kriminalinspektion Wal­deck-Frankenberg, Dirk Stippich, zu informieren. Der wiederum informierte seine Kollegen vor Ort, die den Rucksack mit der Tatwaffe sicherstellen konnten. Zur Einschätzung des Verhältnisses zwischen dem Opfer und seinem späteren Mörder befragt, berichteten die Freunde des Täters unabhängig voneinander, dass dieser seiner Ex-Frau viele Wünsche erfüllt habe, die sie selber ihren Frauen nicht erfüllen würden. Als Beispiel wurde der Kauf eines 10 000 Quadratmeter großen Pferdehofes genannt. Pferde seien immer ihr Ding gewesen, aber er sei zum Füttern verdonnert worden. Mehrfach habe er sich ihr gegenüber „wie ein Duckmäuser“ verhalten. Sie sei oft wegen Kleinigkeiten explodiert. Bei einer dieser Gelegenheiten habe der Freund den Freund gefragt, wie lange er sich das noch gefallen lassen wolle. Doch er habe nur geantwortet: „Geht schon.“ Als mögliches Mordmotiv hat die Staatsanwaltschaft Geldstreitigkeiten ins Feld geführt. Deshalb wurden auch Finanzermittlungen angestellt. Der zuständige Kripobeamte berichtete jedoch, er habe keine Beträge gefunden, die jemanden veranlassen könnten, zu töten. Dennoch standen 111 000 Euro
strittig im Raum, die der Ex-Mann von seiner Ex-Frau bis zum 1. April 2010 zurückhaben wollte. Der Betrag setzt sich aus 80 000 Euro zu viel bezahltem Vorschuss aus dem Verkauf des Pferdehofes zusammen sowie 20 000 Euro Finanzierungsanteil für das Haus der Schwiegereltern und 11 000 Euro für Schönheitsoperationen wie Bauchstraffung, Brustvergrößerung und Zahnkorrekturen. Das Verfahren vor dem Landgericht Kassel wird am 24. Mai fortgesetzt.

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