Bad Arolsen

Taufen unter dem Zirkuszelt

- Bad Arolsen (-ah-). Die Jüngsten der Circus Sarrani-Familie standen gestern bei ihrer Taufe in der Manege im Mittelpunkt.

Mit einem freundlichen „Grüß Gott!“ entlädt Pastor Sascha Ellinghaus seinen Kleinbus: Taufschale, Kerzen, CD-Player für die kirchliche Musik, das symbolische Taufkleid, das Altartuch, das Chrisam-Öl und anderes mehr für die rituelle Handlung im Zirkuszelt trägt er in die Manege, in der Stuhlreihen auf die Familienangehörigen, Kollegen und Freunde warten. Für die Eltern und die Paten von Sandra und Megan ist es ein großer Tag, für Ellinghaus gehört diese Taufe wie Festgottesdienstes auf Jahrmärkten, Trauungen zwischen Zirkusvorstellungen oder die Segnung von neuen, teuren Fahrgeschäften zu den seelsorgerischen Pflichten im Rahmen seines Zusatzauftrages. Er bereitet Kinder von Zirkusartisten auf die Firmung vor, nimmt auf dem Kirmesplatz Beichten ab und nimmt sich der Sorgen der Menschen an, die dauernd auf Achse sind. Ellinghaus ist einer der hauptamtlichen Mitarbeiter der Katholischen Circus- und Schaustellerseelsorge in Deutschland. Der Pastor wurde von der Bischofskonferenz zu 20 Prozent von seiner regulären Dienststelle freigestellt. Er tritt in diesen Tagen seine Diensstelle in Dortmund-Lütgendortmund an. „Sie müssen schon Freude am Zirkus oder an Volksfesten haben, sonst geht das nicht“, sagte Ellinghaus, der in der ihm zugeteilten Region viel auf Achse ist. Vom kleinen Familienzirkus bis zu den Großen wie etwa dem Zirkus Charles Knie oder Traber recht das Einsatzfeld. Beim Zirkus Krone sei ihm einmal mulmig geworden, als er neben einem Elefanten fürs Erinnerungsfoto posieren sollte. Doch das war auch so etwas wie eine Initiation, vor großen Tieren hat Ellinghaus keine Bange mehr.

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