Einspruchsfrist gegen Vorrangflächen beendet

Tausende gegen Windmühlen

Diemelstadt/Diemelsee - Eine „riesige Menge“ an Eingaben erreichte die Bezirksregierung in Arnsberg zum Teilregionalplan Windenergie. Viel Gegenwind hat sich in Bürgerinitiativen und kommunalen Gremien erhoben.

Allein aus fünf sauerländischen Orten kamen 15 000 Stellungnahmen gegen die Windvorrangflächen. „Da ist mehr als ein dickes Brett zu bearbeiten“, stellte der Sprecher der Bezirksregierung, Christoph Söbbeler, gestern im Gespräch mit der WLZ fest. So viele , vor allem private Eingabe hat die Behörde zu einem Thema noch nicht bekommen. Bis gestern lief die Frist, innerhalb derer alle sich betroffene fühlenden Bürger und Gebietskörperschaften aus NRW und Hessen zu dem Teilregionalplan mit einer Stellungnahme zu Worte melden. Wie viele Eingaben in Arnsberg insgesamt eintrafen, werden die Mitarbeiter im Laufe des kommenden Monats erfahren. Dann steht die Erörterung und Abwägung der Einwendungen durch die Träger öffentlicher Belange an. Der Regionalrat wird dann einen Beschlussvorschlag zur Beratung erhalten: „Danach wird man sehen, was dann von den Teilregionalplan Windenergie bleibt.“ Die Bürgerinitiativen im Einzugsbereich der Windvorrangflächen hoffen auf möglichst zahlreiche Streichungen. Auf kommunaler Seite bekommen sie Rückendeckung. In den Städten und Gemeinde herrscht Verärgerung über eine angebliche Bevormundung beim Planungsrecht. In Südwestfalen sollen 17 200 Hektar für Windvorrangflächen bereitgehalten werden. 8900 Hektar davon sieht der Regionalplanentwurf allein für den Hochsauerlandkreis vor. 900 Windkraftanlagen in HSK, rechnet Ludwig Schulte, Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion vor: „Muss das sein? , fragt er rhetorisch und teilt die Bedenken der Bürger, etwa wegen der Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes in einem auf den Tourismus ausgerichteten Kreis. Marsberg sei mit 1800 Hektar Windvorrangflächen über Gebühr betroffen, fasst Christoph Geschwinder vom „Vernunftwendebündnis Marsberg und Waldecker Nachbarn“ den Ärger in der Region zusammen. Bürger aus sechs Ortsteilen von Marsberg, Diemelsee und Diemelstadt haben sich zusammengeschlossen, um etwas gegen eine endgültige Ausweisung der Windvorrangflächen zu unternehmen (wir berichteten). Der Planungausschuss der Stadt Marsberg hat im Stadtgebiet 15 Flächen abgelehnt und nur einer zugestimmt: Die liegt östlich von Meerhof in einem rechtsgültigen Windvorranggebiet. Allerdings sind zwei Flächen bei Erlinghausen, gegen die sich speziell in Hesperinghausen Widerspruch erhebt, „nicht grundsätzlich abgelehnt“ worden, gibt Kurt Bernhardt von der BI in Hesperinghausen zu bedenken. Dennoch komme diese Empfehlung den Gegnern der bei Erlinghausen bereits konkret beabsichtigten Anlagen nach Auffassung von Bernhardt eher entgegen. Schließlich ist beabsichtigt, den Abstand zur Wohnbebauung von 800 auf mindestens 1000 Meter zu erhöhen. Ideal sei das zwar nicht, doch werde bei einer solchen Regelung manche Fläche herausfallen. „Voll auf unserer Linie“ sei der Landrat des Hochsauerlandkreises, Dr. Karl Schneider. Dieser äußerte sich zwar in einem Gespräch mit Vertretern des BI-Bündnisses nicht grundsätzlich gegen die Windkraftflächen, doch hält er die Anzahl für zu groß und argwöhnt er, dass den Kommunen etwas übergestülpt werden könne. (ah)

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