Appell der Freunde des Alten Friedhofs Arolsen

Bitte Grabsteine zurückgeben

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Unbekannte haben Teile von zwischengelagerten Grabmalen vom Alten Friedhof Bad Arolsen entwendet.

 Kaum zu glauben: Vom Alten Friedhof mitten in Bad Arolsen sind drei Teile von Grabmalen entwendet worden.

Die beiden Marmorplatten und das Marmorkreuz waren neben vielen weiteren Zeugnissen der Steinmetzkunst auf dem Friedhof zwischengelagert worden, um sie später restaurieren zu lassen.

Die Stadt als Friedhofsträgerin und der Verein der Freunde des Arolser Alten Friedhofs appellieren nun an die Unbekannten, die besagten Teile unauffällig zurückzubringen. Eine solche „tätige Reue“ würde polizeiliche Maßnahmen überflüssig machen, wie Vereinssprecherin Edith Hüttig erklärt.

„Da die Teile dokumentiert sind, hätten die Entwender ohnehin wenig Freude an ihnen“, fügt sie hinzu.

Daß Grabsteine beerdigt und später wieder exhumiert werden, kommt eher selten vor. Doch just so geschah es auf dem Arolser Alten Friedhof, als dieser in den 1960-er Jahren zum Park umgestaltet wurde.

Das Denkmalpflegeamt verhinderte im Zusammenwirken mit vorausblickenden Arolser Bürgern, insbesondere Günter Jedicke vom Waldeckischen Geschichtsverein, die Entfernung der älteren Grabmale.

Die jüngeren Monumente aus der Zeit von 1860 bis 1920, die man damals noch als weniger wertvoll ansah, ließ man in einer Grube „verschwinden“, die mit Erde aufgefüllt wurde.

Nachdem der Friedhof vor gut zehn Jahren wieder zum Bestattungsort geworden war und zuletzt des großen Zuspruchs wegen die Bestattungsplätze knapp zu werden drohten, entschloss man sich, auch die Grubenfläche für Bestattungen zu nutzen und deshalb die dort verborgenen Steine zu exhumieren.

So bot sich zugleich die Chance, mittels der ausgebrabenen Steine das historische Erscheinungsbild des Friedhofs zu vervollständigen. Denn gerade für die Bestattungskultur des Zeitraums ab 1860 waren seit der Umgestaltung des Friedhofs nur wenige Beispiele zu sehen.

Die ausgegrabenen Steine, Platten und anderes mehr fanden allein schon ihrer Masse wegen die Aufmerksamkeit der Friedhofsbesucher.

Inzwischen sind alle Stücke dokumentiert, selektiert und von einer Restauratorin begutachtet. ln den nächsten Jahren sollen sie an verschiedenen Stellen des nördlichen Friedhofsteils wieder aufgestellt werden, und zwar vorwiegend chronologisch geordnet, wie dies auch bei den älteren Steinen der Fall ist. (r/ah)

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