Verein „Mensch und Tier zur tiergestützten Therapie“ bildet Hunde und Herrchen aus

Therapiehunde als Brückenbauer

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Diemelstadt-Rhoden - Bei einem süßen Hundeblick und flauschigen Ohren strahlen selbst leidende und eingeschränkte Patienten. Die Therapie, die Mensch und Tier vereint, soll zur Verbesserung und Wiederherstellung der Lebensqualität beitragen.

Derzeit lassen sich im Seniorenheim "Lustgarten" Hundebesitzer mit ihren besten Freunden zum Therapieteam ausbilden. Der Verein "Mensch und Tier zur tiergestützten Therapie" arbeitet seit Jahren im Besuchsdienst mit Hilfsbedürftigen. Die ausgebildete "Trainerin zur tiergestützten Therapie", Doris Schönegge, weiß als erfahrene Besitzerin der Hundeschule mit den Vierbeinern umzugehen.

Schöne Erfolgserlebnisse

Ein Therapiehund macht zusammen mit seinem Herrchen Besuche bei kranken, einsamen oder psychisch leidenden Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen. Durch den Kontakt mit dem Hund wird versucht, Defizite auszugleichen und bei Bewohnern sowie Patienten Lebensqualität und Wohlbefinden zu steigern.

"Ein älterer Herr war zunächst nicht bereit, bei der Therapie mitzumachen, doch als der Hund seinen Kopf in seinen Schoß legte, konnte man ihm die Freude ansehen", berichtet Markus Rynek, Hundeführer, der auch an der Ausbildung teilnimmt. Bei einem spastisch gelähmten Kind hat die Ausbilderin mit ihrem Hund schon hervorragende Fortschritte miterleben dürfen. "Vorher konnte das Kind nicht laufen, seit der Therapie versucht es immer wieder ein paar Schritte und hält sich dabei am Hund fest", berichtet Doris Schönegge.

Doch nicht jeder Besuchshund ist ein Therapiehund. Denn dazu bedarf es einer speziellen Ausbildung. Um solch eine Ausbildung zu durchlaufen, muss der Hund zunächst einen Einstellungstest bestehen. Wichtig ist, dass das Tier gehorsam ist, sich aggressionsfrei verhält und am Menschen orientiert. Außerdem sollte der Hund mindestens zwei Jahre alt sein und einen Erziehungs- und Fortbildungskurs absolviert haben. Wenn der Hund auch in schwierigen Situationen keine Ängste zeigt und nicht knurrt, darf er an der Ausbildung teilnehmen.

Tests im Kindergarten

Die Ausbildung umfasst etwa 20 Stunden, in denen der Hundeführer theoretisch auf seine anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet wird. Dabei geht es vor allem um Grundwissen zu typischen Alterskrankheiten. Gleichzeitig müssen die Partner mit der kalten Schnauze in extremen Situationen geschult und an alles gewöhnt sein, was ihnen bei der Arbeit begegnen könnte. Da kann es schon mal vorkommen, dass im Kindergarten gleichzeitig viele Kinderhändchen begleitet von lautem Stimmengewirr auf einen unschuldigen Hund zukommen. Außerdem treten sie in direkten Kontakt mit geistig oder körperlich Erkrankten und dienen dabei als Brückenbauer und Spannungsbrecher. Oftmals fällt es diesen Patientengruppen leichter, sich den Hunden als ihren Betreuern zu öffnen. (ak)

Um als Therapieteam qualifiziert zu werden, muss der Hund einen Basistest und einen Fähigkeitstest bestehen. Da hat es das Herrchen mit nur einem schriftlichen Wissenstest wesentlich einfacher. Dennoch sind die fünf Hundeführer zuversichtlich, die bevorstehenden dreiteiligen Prüfung bestehen zu können.

Der nächste Kurs startet im Oktober. Anmeldungen telefonisch unter 02991/ 962816.

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