20. Tinnitus-Symposium in Bad Arolsen

Wenn Geräusche peinigen

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Dr. Bernadette Talartschik, Leiterin des HNO-Bereiches in der Schön-Klinik Bad Arolsen, ganz am Ohr der Christian Daniel-Rauch-Büste im Bürgerhaus. Dort fand das 20. Tinnitus-Symposium statt.

Bad Arolsen. Töne aus dem Innenohr und Geräusche von normaler Lautstärke, wie etwa Gespräche, können Menschen quälen. Mit diesen Themen befassten sich Ärzte und Therapeuten sowie Betroffene beim 20. Bad Arolser Tinnitus-Symposium im Bürgerhaus Bad Arolsen.

 Rund 300 Männer und Frauen kamen zu der zweitägigen Konferenz zusammen, die in Workshops und Vorträgen die Themen Tinnitus und Hyperakusis behandelten. Bad Arolsen mit der Schön-Klinik und der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse ist eine Art „Mekka“ für Fachleute wie Patienten geworden, wie Chefarzt Prof. Dr. Gerhard Hesse betont.

Das war auch der Grund für die Tagung und eine Feier zum 30-jährigen Bestehen der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL). Die beiden Kliniken und die DTL richteten das Symposium gemeinsam aus.

 Rückzug verkehrt

Betroffene tauschten sich aus über Behandlungmethoden und bekamen beim Symposium Informationen von international geachteten Experten. Im Blickpunkt stand die Verbindung von Tinnitus und Hyperakusis. Menschen mit innenohrgeräuschen leiden häufig auch unter einer Überempfindlichkeit selbst bei relativ leisen Geräuschen.

Die Hyperakusis kann abgebaut werden, wie Hesse im Gespräch mit der WLZ erklärte. Wichtig sei, dass die Menschen sich nicht zurückzögen und damit die Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nur noch weiter verschlimmerten.

Um den Patienten die Angst vor sie peinigen normalen Umweltgeräuschen zu nehmen, wird ihnen beigebracht, Geräusche zu filtern. Zudem werden sie im Rahmen der Therapie mit Geräuschen konfrontiert, um die Angst zu nehmen.

Die beiden Workshops zu dem Thema waren rasch ausgebucht. Während Hyperakusis abgebaut wrden kann, müssen Menschen mit Tinnitus lernen, mit den Innenohrgeräuschen insbesonders seelisch fertig zu werden. Sie bekommen beigebracht, wie sie Geräusche durch gezielte Aufmerksamkeistübungen überhören oder lernen Entspannungsübungen. Häufig bekommen Patienten auch Hörgeräte verschrieben, mit denen die Geräusche „maskiert“ werden können. Themen der Tagung waren außerdem die Ergebnisse der Forschung und aktuelle Therapietrends. Medikamente oder elektromagnetische Behandlungen, die zur Tinnitus-Therapie angeboten werden, helfen nicht, so Hesse.

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