Gembecks Bürgernetz durch neue Funkstrecke nun für 6000 MBit/s aufgerüstet

„Turbolader“ für Datenautobahn

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Freuen sich über den beschleunigten Internet-Zugang in Gembeck: Ortsvorsteher Günter Fischer (v.r.), Erster Beigeordneter Otto Huntzinger und Jürgen Bodenhorn von dem Unternehmen Informationstechnologie für Menschen (ITfM) in Morschen.

Twistetal-Gembeck - Ein doppelt so schneller Zugang zum Internet wird den Gembeckern geboten. Bereits 2009 war das Dorf an die Datenautobahn angeschlossen worden.

Mit der Firma Informationstechnologie für Menschen (ITfM) in Morschen als Partner und einem Zuschuss der Gemeinde gelang der Einstieg vor drei Jahren. Rund 40 Kunden in etwa 90 Haushalten - mithin zwei Drittel der Einwohner - nutzen das Angebot des Bürgernetzes. Nachdem Anfragen bei anderen Telekommunikationsfirmen erfolglos blieben, wurde ITfM für die Investition in eine schnellere Verbindung gewonnen.

Diesmal hat die Gemeinde keinen Obolus gezahlt, denn nach den einschlägigen Zuschussrichtlinien reichen 3000 Mbit/s aus. Die Gembecker geben sich aber mit dieser Geschwindigkeit nicht mehr zufrieden, zumal die transportierten Datenmengen immer größer werden und dadurch sich das Tempo verlangsamt hat. Schüler und Berufstätige sind die wichtigsten Nutzer.

Die Kosten für die Nachrüstung wurden von ITfM mit 10 000 Euro beziffert, 3000 Euro wurden von den Nutzern als Eigenanteil aufgebracht. Um die schneller Verbindung zu ermöglichen, wurde im Rathaus ein Knotenpunkt installiert, von dem aus, die Signale zu dem Sender auf dem Privatgrundstück der Familie Fahle in Twiste geleitet werden, um dann über eine fünf Kilometer lange Funkstrecke zum Mühlenberg geschickt und dann über das Kabel in die angeschlossenen Haushalte in Gembeck geleitet zu werden. Die Arbeiten konnten in einem halben Jahr abgewickelt werden. Die Kunden mussten sich für mindestens zwei Jahre vertraglich binden und einen Router für 50 Euro kaufen. Für knapp 25 Euro im Monat sind die Nutzer nun noch schneller im Internet.

Mit dem Bürgernetz hat sich Gembeck 2010 einen Platz in der Best Practice-Liste des Bundeswirtschaftsministeriums gesichert (www.zukunft-breitband.de). In diesem Monat entscheidet sich, wie das Dorf bei einem hessischen Landeswettbewerb um den Demografiepreis abschneidet.

ITfM (www.itfm.de) ist seit 2002 am Markt aktiv mit der Versorgung des ländlichen Raums. 3500 Kunden hat das Unternehmen derzeit in 130 Orten in Hessen, Niedersachsen, Nordhein-Westfalen und Bayern. Weitere Nutzer sollen demnächst in Korbach und Vöhl sowie auf der Halbinsel Scheid von schnellem Internet profitieren können.

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