Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg arbeiten zehn Tage im Kölschen Hof

Twiste als Kulisse für Filmprojekt

Twistetal, Twiste, Filmprojekt, Filmakademie Bad-Württemberg, Regina Zimmermann, Rainer Strecker, Friederike Fiek - Sie sind weit gereist, um ausgerechnet in Twiste einen Film zu drehen: Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg nutzen zwei Wochen lang den Kölschen Hof an der Hauptstraße für ihr Projekt, das zugleich Diplomarbeit für Regisseurin, Kameramann, Szenenbildnerin und Toningenieur ist.

Twistetal-Twiste. Der Bauernhof mit seinen Fachwerk- und Backsteingebäuden liegt seit drei Jahren verlassen. Wilma Wendel, die hier eine glückliche Kindheit verlebte und dann vor 40 Jahren das Straßendorf verließ, hat sich zur Aufgabe gesetzt, den elterlichen Hof für ihren erkrankten Bruder zu verkaufen. Dazu wandte sie sich an einen Immobilienmakler, der das Objekt im Internet anpreist. So stießen die Filmstudenten auf das Anwesen und vereinbarten mit den Eigentümern, dass hier ein Filmprojekt umgesetzt werden darf. Die Crew besteht aus begeisterten Filmemachern aus ganz Deutschland. Sie alle arbeiten ehrenamtlich mit. Die einen finden das Drehbuch interessant, so die beiden Hauptdarsteller Regine Zimmermann und Rainer Strecker, die anderen wollen nur einfach helfen, wie etwa die Eltern der Regisseurin Friederike Fiek, die das Catering, die Verpflegung der Gruppe, organisieren. In Twiste traf die Crew auf lauter nette Leute, die mit ganz praktischen Dingen weiterhelfen: Beim Bäcker gibt’s Brötchen für ein Lächeln, Hühner werden gern für einen Dreh ausgeliehen. Die Eier kommen als Zugabe. Ein Bauunternehmer hilft mit einer Zugmaschine, Strom- und Wasseranschluss, und die Pfarrscheune darf als Garderobe genutzt werden. Die Filmemacher sind begeistert. Einige von ihnen sind in der Landpension Göbel in Mühlhausen abgestiegen, andere im Ferienpark am Twistesee. Regisseurin Fiek arbeitet seit einem Jahr an ihrem Film, der zugleich ihre Diplomarbeit nach fünfeinhalb Jahren Studium darstellen wird. Sie hat das Drehbuch geschrieben und die Schauspieler überzeugt. Rainer Strecker war sofort begeistert: „Eine Geschichte über Dinge, die fern von Sprache sind: Warum hört eine Liebe auf? – Es ist ein Buch voller Räume, die wir als Schauspieler ausfüllen können.“ Gefördert wird das Projekt vom SWR und von arte. Damit besteht die Chance, dass der Film, der derzeit noch unter dem Arbeitstitel „Durch den Winter“ firmiert, eines Tages auch gesendet wird. Doch das ist für die Regisseurin eher Nebensache. Sie hofft darauf, dass ihr Werk auf einem der großen Festivals gezeigt wird. Dazu muss man die Festivalmacher überzeugen. „Berlinale – das wär toll“, verrät die 28-jährige Regisseurin.Doch bis dahin ist noch eine Menge Arbeit zu leisten. Der Dreh in Twiste ist am Sonntag beendet. Dann folgen noch ein paar Tage Studioarbeit, Schnitt und natürlich die Präsentation vor der Akademiejury. Eine DVD vom fertigen Film will die Crew auf jeden Fall Bürgermeister Stefan Dittmann ins Rathaus senden. Vielleicht kann er dann öffentlich in Twiste aufgeführt werden. (Elmar Schulten)

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