Brief an Bischof der Landeskirche Kurhessen-Waldeck

Twister Inititiative für Erhalt des Pfarramtes

Twistetal-Twiste - Die Wogen gehen hoch wegen der Ankündigung der Landeskirche, das Pfarrhaus in Twiste schließen zu wollen. Ein Kreis von Bürgern hat sich spontan für den Erhalt des Amtssitzes gebildet.

„Die Kirche und der Pfarrer gehören hier zum Dorf“, betonte Otto Paul, der mit gut 20 weiteren namhaften Bürgern, darunter der langjährige frühere Kirchensynodale und MdL Karl-Heinz Dörrie sowie Altbürgermeister Günther Hartmann, dem Kreis angehört. Dieser ist über die in der Gemeindeversammlung gemachte Erklärung von Dekanin Eva Brinke-Kriebel verärgert, das Pfarrhaus solle verkauft, der Sitz nach Ober-Waroldern verlegt werden (wir berichteten). Die Gemeindeversammlung war nach Informationen der WLZ auf Betreiben des Kirchenvorstandes abgehalten worden, der diese von der Landeskirche geforderte Entscheidung nicht alleine tragen will. Die neue Initiative ist daher auch darüber verärgert, dass die Landeskirche auch noch Zeitdruck ausübt und einen Beschluss bis zum April fordert. Sie sieht sich ebenso wie der Kirchenvorstand überrumpelt. Dörrie betont, dass die Bürger den Kirchenvorstand in seinen Argumenten für den Erhalt des Pfarramtes in einem neuen Kirchspiel der vier Orte Twiste, Elleringhausen, Nieder- und Ober-Waroldern bestärken wollen und sich „nicht als Parallelveranstaltung“ verstehen. Der Pfarrsitz gehöre in die größte Gemeinde, und das ist Twiste mit 1300 Einwohnern. Dafür spreche die Infrastruktur mit guten Verkehrsanbindungen, Schule, Kindergarten, Rathaus, Einkaufsmöglichkeiten und Arzt. Das Ensemble mit Pfarrscheune, Schule und Kirche dürfe nicht auseinandergerissen werden.„Damit sind schon unsere Großeltern aufgewachsen“, ist sich Paul mit seinen Mistreitern einig. Das Pfarrhaus sei „keine Bruchbude“, betont er, vielmehr sei das Gebäude immer wieder für sechsstellige Beträge saniert worden. Viel besser lasse sich das neue Pfarrhaus in Ober-Waroldern verkaufen. Alle diese Argumente werden in einem Brief an Bischof Martin Hein ausgeführt, den man gerne auch im Rahmen des anstehenden Kirchenkreisbesuches zu diesem drängenden Thema ansprechen möchte. Dieser habe doch zum 75-jährigen Bestehen der Landeskirche Kurhessen-Waldeck das Ideal einer nahe am Menschen arbeitenden Kirche als gelungen im Waldecker Land bezeichnet, ruft Wilhelm Wilke in Erinnerung. (ah)

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