Ausschussmitglieder wollen mehr Klarheit über Entwicklung am Strandbad

Überrascht durch Mehrkosten

Die Bleche am Strandbadgebäude oberhalb des Twistesees beginnen schon, wie geplant, zu rosten. Die Korrosionsschicht ist nicht nur als Gestaltungsmerkmal geplant, sondern soll das Metall langfristig schützen. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen-Wetterburg - Der Kostenrahmen für das neu gestaltete Strandbad am Twistesee wird zwar mit 2,2 Millionen Euro eingehalten, doch die Stadtverordneten sind durch Mehrkosten von rund 125000 Euro beunruhigt.

Die genannten Mehrkosten sind jedoch unter anderem durch „Verschiebungen“ innerhalb des Kostenplans aufgefangen worden. Nicht zuletzt ermöglichen zusätzliche Zuschüsse von rund 81000 Euro den Ausgleich. Nach dem aktuellen Plan, der am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung vorgelegt wurde, sind für das Projekt Kosten von 2,180 Millionen Euro berechnet worden. Erwartet wird eine Summe von 2,176 Millionen Euro.

Schlussrechnungen liegen über Aufträge im Wert von 1,058 Millionen Euro vor. Noch nicht abgerechnet wurden Aufträge, die mit Kosten von 1,53 Millionen Euro kalkuliert wurden. Zudem müssen noch Leistungen im Gesamtwert von 64000 Euro vergeben werden. Darunter fällt auch die mit Kosten von 36000 Euro veranschlagte Rutsche.

Alarmiert zeigten sich die Ausschussmitglieder wegen der Mehrkosten von 125000 Euro unter der Stelle „KG 400 Bauwerk Techn. Anlagen“. Hier schlagen zusätzlich gewünschte und erforderliche elektrische Anlagen und Beleuchtungselemente zu Buche.

Dass laut derzeitigem Ergebnis der Kostenkontrolle trotz allem der Kostenrahmen sogar leicht um 3800 Euro unterschritten wird, vermochte die Stadtverordneten nicht vollends zu beruhigen. „Die Kosten sind aus dem Ruder geraten“, zudem bestehe noch ein Risiko durch die nicht abgerechneten und noch nicht vergebenen Aufträge, erklärte Torsten Reuter (FWG). Die Mehrkosten seien „schon extrem“, pflichtete Carlos Vicente (CDU) bei. „Das muss man uns erklären“, forderte Reiner Freudenstein (SPD).

„Ich befürchte schon, dass wir die neue Rutsche auch nicht bekommen“, unkte Elmar Kotten­stede (Offene Liste) und mahnte den Plan für das neue Spielgerät an. Die vorliegende Kostenberechnung liefere Grund zu „Spekulationen und Befürchtungen“, sagte Ausschussvorsitzender Holger Versloot (SPD). Der Spielbereich dürfe nicht zu einem „Puffer“ werden, um den Kostenrahmen einhalten zu können.

Details gefordert

Heinz Lösekamm vom Fachbereich Stadtentwicklung, Bauen und Immobilien sagte den Ausschussmitgliedern eine detaillierte Begründung der Kostenentwicklung zu. Er wies darauf hin, dass die Zuschussgeber (Bund und Land) die endgültige Abrechnung bis zum August dieses Jahres forderten.

Bis dahin soll schon längst neues Leben im Strandbad sein: Die Öffnung des Kiosks ist für Ostern vorgesehen. Und für den 13. Juni ist die Eröffnungsfeier geplant, sagte Lösekamm: „Das gibt dann einen etwas größeren Bahnhof.“

Die Fassade aus Corten-Stahl sei zum See hin fertiggestellt worden. Seit Montag laufe die Heizung, sodass mit dem Innenausbau begonnen worden sei. Die speziellen Stahlbleche sollen innerhalb der nächsten Wochen und Monate korrodieren und durch die Rostschicht geschützt werden. Das rostbraune Niederschlagswasser wird von dem Gebäude in eine Kiesschicht ablaufen.

Die Besucher des Strandbads werden weiterhin Duschen zum Abbrausen in der Nähe des Seeufers nutzen können. Spezielle Fußwaschgelegenheiten, mit deren Hilfe der Sand von den Füßen vor dem Betreten des Kioskbereichs abgespült werden könnte, sind nicht vorgesehen, wie Heinz Lösekamm auf Anfrage von Ralf Schüttler (CDU) erklärte.

Kommentare