Twistetal: Bürgermeisterkandidat Stefan Dittmann

Umgänglich, aber mit klarer Kante

Twsitetal - Zeit, dass sich was dreht..., steht auf der Parkscheibe, die Stefan Dittmann bei seinen Wahlkampfveranstaltungen verteilt. Der 32-Jährige tritt für die FDP bei der Bürgermeisterwahl am 11. November in Twistetal an.

18 interessierte Bürger sind in das Dorfgemeinschaftshaus von Elleringhausen gekommen, um den Kandidaten kennenzulernen. Anfang der Woche waren es zwölf Besucher im Gemeinschaftsraum der Mehrzweckhalle Berndorf. Wahlkampf ist ein schweres Geschäft. Ein Kandidat muss die Ochsentour machen und sich dabei „gut verkaufen“. Er muss Kompetenz ausstrahlen und glaubwürdig „rüberkommen“. Im Dorfgemeinschaftshaus von Elleringhausen gelingt Stefan Dittmann dieses kleine Kunststück. Er ist gut vorbereitet, hat sein Laptop und einen Beamer aufgebaut und stellte sich und sein Programm mit einer modernen Power-Point-Präsentation vor. Immer wieder hält er inne, lädt das Publikum zu Fragen ein, und irgendwann bricht auch das Eis. Stefan Göbel ist es, der die Frage des Kandidaten „Was erwarten Sie von Ihrem Bürgermeister?“ umdreht in die Frage: „Warum brauchen wir überhaupt einen Bürgermeister in Twistetal?“ Die Gegenfrage lockt den Kandidaten aus der Reserve. Dahinter steht nämlich die Frage, welche Existenzberechtigung eine so kleine Gemeinde wie Twistetal überhaupt hat. – Doch Dittmann pariert sehr geschickt: „So lange es selbstständig ist, muss es einen Bürgermeister haben, der sich für die Belange der Gemeinde einsetzt.“ Die Gemeindefinanzen seien gesund. Die Nachbargemeinden Korbach und Bad Arolsen hätten bestimmt nichts dagegen, sich hier ein Stück herauszuschneiden. Aber eindeutig macht Dittmann klar: „Ein Zusammenschluss kann nur von oben nach unten angeordnet werden. Ich sehe keinerlei Anlass dazu, die Twistetaler Selbstständigkeit aufzugeben.“ Angesprochen auf die Verwaltung im Twister Rathaus, macht der Kandidat deutlich, dass er schon ein Konzept in der Hinterhand hat: „Ich möchte die Verwaltung zu einem serviceorientierten Dienstleister umbauen und Strukturen schaffen, die näher dran sind am Bürger. ... Wir haben in der Agentur für Arbeit auch schon viele Reformen mitgemacht. Das war alles zum Wohle der Bürger. Ich bin dafür, dass die Mitarbeiter einer Verwaltung ihre Besucher genau so behandeln, wie sie selber gerne behandelt werden möchten.“ Für den Fall, dass er gewählt wird, verspricht Dittmann mehr Transparenz für die Gemeindevertreter und mehr Transparenz für die Bürger: „So etwas wie mit dem Bau der Windkraftanlagen zwischen Elleringhausen und Nieder-Waroldern darf es nicht mehr geben. Das hat vielen sauer aufgestoßen. Ich bin dafür, die Bürger ehrlich und umfassend zu informieren.“ Unmissverständlich macht Dittmann klar, dass er mit seinen 32 Jahren für einen Generationenwechsel steht. Als Gründer und Vorsitzender des Fördervereins für den Twister Kindergarten sowie als Vorsitzender des TSV Twiste setzt er sich für die Betreuung von Kindern ein. Aber er will auch Generationen verbinden und ehrenamtliches Engagement fördern. Von der Interkommunalen Zusammenarbeit der vier nordwaldeckischen Gemeinden hält er eine Menge, aber er weiß auch, dass Korbach vor der Haustür von Berndorf liegt. „Ich würde auch auf den Kommunalverband Eisenberg zugehen und sondieren, wie man auf dieser Ebene gut zusammenarbeiten kann. Als Mitarbeiter der Agentur für Arbeit weiß er, wie wichtig Arbeitsplätze vor Ort sind, und dass in Twistetal keine Großindustrie anzusiedeln ist. Das Rückgrat der Twistetaler Wirtschaft sind leistungsfähige Handwerksbetriebe, und die will der FDP-Kandidat nach Kräften unterstützen, etwa wenn es darum geht, Erweiterungsflächen bereitzustellen oder den Generationenwechsel zu meistern.Die Stellenbeschreibung für den neuen Twistetaler Bürgermeister deutet Dittmann so um: „Die Gemeinde braucht einen Bürgermeister, der auf die Bürger zugeht, der etwas von Kommunalpolitik versteht, eigene Akzente setze, mit der Verwaltung vertraut ist und sich allen Twistetalern verpflichtet fühlt“. So einer will er sein. Und er verspricht: „Ich bin sehr umgänglich, ich kann aber auch Kante zeigen.“ (es)

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