Bad Arolsen

Umstrittenes Bürgerbüro wird deutlich günstiger

- Bad Arolsen (-es-). Seit dem knappen Grundsatzbeschluss für die Umgestaltung der alten Grundschule in ein modernes Bürgerbüro haben sich eine Reihe von Änderungen ergeben, die das Projekt knapp 400 000 Euro günstiger machen.

Den größten Teil der Einsparung macht freilich der Verzicht auf die energetische Sanierung im Wert von rund 360 000 Euro aus, weil diese anders als zunächst erhofft nicht aus Mitteln des Investitionspaketes bezuschusst wird. Ohne Zuschuss aber wäre die großflächige Wärmedämmung nicht rentabel, wie Berechnungen aus dem Rathaus zeigen. Mehrkosten in Höhe von rund 65 000 Euro haben sich ergeben, weil die Rauchabschlusstüren, die in den 90er Jahren zum Schutz der Grundschüler eingebaut wurden, heute nicht mehr den Standards entsprechen. Weitere 52 000 Euro werden fällig, weil der Eingangsbereich um ein Empfangsbüro ergänzt werden soll, in dem nicht nur das Gästezentrum Reisende empfangen kann, sondern in dem auch an Wochenenden Bürger schnellen Zugang zur Verwaltung finden. Nicht zuletzt wegen der Kritik aus CDU und Offener Liste an reichlich neuen Büroflächen hat der Bürgermeister den Raumbedarf neu berechnen lassen. Dabei ist die Verwaltung zu dem Ergebnis gekommen, dass im ersten Obergeschoss nur zwei Büros benötigt werden. Die restlichen Flächen können bei Bedarf ausgebaut werden. So ergeben sich weitere Einsparmöglichkeiten im 1. Obergeschoss von rund 100 000 Euro und im zweiten Obergeschoss von 70 000 Euro. Auch der Heizkostenbedarf wurde nach den ist-Werten aus dem benachbarten Rathaus neu spitz berechnet. Unter Einbeziehung aller Aspekte wie Mietersparnis für BAK und GGZ in der alten Post ergibt sich nach den Berechnungen der Verwaltung eine positive Bilanz für das Projekt Bürgerbüro. Der Bürgermeister rechnet mit einer jährlichen Ersparnis (strukturelle Verbesserung) von 30 117 Euro. Unterm Strich soll der Umbau nun 656 000 Euro kosten. Nach Abzug der Zuschüsse aus dem Konjunkturprogramm und Restmitteln der Stadtsanierung hat die Stadt noch Eigenmittel von 106 000 Euro zu schultern. Die Sanierungsaufträge aus dem Konjunkturpaket von Bund und Land im Wert von 119 000 Euro wurden gemäß den Zuschussauflagen bereits im Dezember vergeben. Für den Bauabschnitt „Barrierefreie Erschließung“ (Aufzug) wurden verschiedene Gewerke ausgeschrieben. Wegen des noch nicht beschlossenen Haushaltsplans wurde für diese Arbeiten die Zuschlagsfrist bis 31. März verlängert. Die weitere Bauausführung betreut ein anderes Bad Arolser Architekturbüro als die bisherigen Planer. Auch die künftige Nutzung der alten Post am Kirchplatz nach Wegzug von Gästezentrum und Bad Arolser Kommunalbetriebe ist geregelt. Als Nachmieter stehen das Bathildisheim und das Waldeckische Diakonissenhaus bereit, die dort Beratungsbüros für Pflege einrichten wollen. Ein Leerstand wird also an dieser städtebaulich markanten Stelle nicht entstehen.

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