Neuordnung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes tritt zum 1. Oktober in Kraft

Versorgung wird nicht schlechter

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Der Obmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Götz Schweighöfer (l.), und Krankenhaus-Geschäftsführer Bernd Tilenius (r.) informieren über die Neuordnung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ab Montag, 1. Oktober

Bad Arolsen / Wolfhagen - Auch wenn ab 1. Oktober der ärztliche Bereitschaftsdienst neu geregelt wird, bleiben die Patienten in Bad Arolsen, Twistetal und Volkmarsen gut versorgt. Das versichert Götz Schweighöfer als Obmann der niedergelassenen Ärzte.

Über die zentrale Rufnummer 069/19292 wird ab Montag, 1. Oktober, nach Schließung der Arztpraxen der Bereitschaftsdienst von Niedenstein bis Kohlgrund zu erreichen sein. Der Disponent bei der Berufsfeuerwehr in Frankfurt ist medizinisch vorgebildet, kann selber einschätzen, ob ein Notarzt alarmiert werden muss, oder ob der diensthabende Hausarzt informiert wird. Modernste Technik zeigt dem Ansprechpartner in der Mainmetropole an, wer anruft und wo genau sich das Telefon befindet.

Das funktioniert auch dann, wenn die Rufnummer bei anderen Telefonaten unterdrückt ist. Der Disponent stellt konkrete Fragen zum Gesundheitszustand und leitet den gehfähigen Patienten dann zum hausärztlichen Bereitschaftsdienst in das Wolfhager und Bad Arolser Krankenhaus weiter.

Patienten, die ihre Wohnung nicht verlassen können, werden mit ihren Daten und einer individuellen Dringlichkeitsstufe­ an den diensthabenden Arzt weitergeleitet, damit dieser gegebenenfalls einen Hausbesuch unternehmen kann.

Zentrale Anlaufstelle

In Notfällen, bei denen es auf jede Minute ankommt, kann der Disponent aus Frankfurt auch den Rettungsdienst vor Ort alarmieren, der dann mit Notarztwagen ausrückt. An Wochenenden und Feiertagen ist der diensthabende Arzt zu bestimmten Zeiten entweder im Arolser Krankenhaus oder in der Wolfhager Klinik anzutreffen. Wo genau, das weiß der Disponent. Die Namen der diensthabenden Ärzte werden nicht mehr veröffentlicht.

Die Neuregelung geschieht auf Drängen der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Zahl der Bereitschaftsdienstkreise in Hessen von 114 auf 50 reduzieren will. Etwa die Hälfte aller Bereitschaftsdienstkreise befindet sich in ländlichen Regionen, in denen die beteiligten Ärzte überdurchschnittlich viele Wochenenddienste zu leisten haben. In den städtischen Regionen von Frankfurt oder Kassel ist die Belastung für die Mediziner ungleich geringer.

Das ist mit ein Grund dafür, warum Kassenarztsitze in ländlichen Regionen so schwer an junge Ärzte zu vermitteln sind. Insofern dient die Neuregelung auch der Attraktivitätssteigerung und der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung für die Zukunft. Während sich die Ärzte in Diemelstadt, Diemelsee und Willingen vor Jahresfrist schon dem zentralen Bereitschaftsdienst in Düsseldorf anschlossen, hat man im Rest von Waldeck noch abgewartet.

Die 25 Ärzte im Wolfhager Land haben sich bereits vor zwei Jahren zu einem Bereitschaftsdienstbezirk zusammengeschlossen.

Lieber freiwillig als gezwungen

Nun kommen die Ärzte aus den Städten Bad Arolsen, Volkmarsen und Twistetal hinzu. Damit sind künftig rein rechnerisch rund 60 niedergelassene Ärzte für rund 65 000 Einwohner zuständig. Bis Anfang 2014 will die Kassenärztliche Vereinigung flächendeckend einen überregionalen Bereitschaftsdienst eingeführt haben. Wer sich nicht freiwillig zusammenschließt, wird per Verfügung zur Kooperation mit anderen gezwungen. Darauf wollten es die Ärzte in Nordwaldeck nicht ankommen lassen.

Sprechzimmer in Klinik

Aus Sicht der GNH-Krankenhäuser in Wolfhagen und Bad Arolsen bedeutet die Neuregelung auch ein Stück sichtbarer Verzahnung von ambulanter und stationärer Betreuung, bekräftigt der Bad Arolser Verwaltungsleiter Bernd Tilenius. In beiden Krankenhäusern ist jeweils ein ärztliches Sprechzimmer im Bereich der chirurgischen Ambulanz für den jeweils diensthabenden niedergelassenen Arzt reserviert.

Ab 1. Oktober gilt also für alle Stadtteile von Wolfhagen, Naumburg, Bad Emstal, Niedenstein, Breuna, Volkmarsen, Bad Arolsen und Twistetal die zentrale Frankfurter Rufnummer 069/19292 für für den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

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