Ausstellung und Gedenkstunde zu Flucht, Vertreibung und Deportation

30 000 Vertriebene fanden neue Heimat im Kreisgebiet

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Kranzniederlegung zum Gedenken von Flucht, Vertreibung und Deportation am Denkmal „Deutschland unteilbar“., v.l.: Stadtrat Udo Jost, MdL Armin Schwarz, MdB Thomas Viesehon, BdV-Ehrenvorsitzender Manfred Kreuzer, Oberst a. D. Jürgen Damm, Hartmut Gottschling und BdV-Kreisvorsitzender Günter Krause.

Bad Arolsen. Vertreibung, Flucht und Deportation hat viele Gesichter, wie bei der Gedenkveranstaltung des Bundes der Vertriebenen und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bad Arolsen deutlich wurde. Dazu wurde eine neue Ausstellung des VDK  im Bürgerhaus eröffnet.

„Vertriebene von damals sind die Experten für den Umgang mit fremden Flüchtlingen von heute“, erklärte der hessische VDK-Ehrenpräsident und Prädikant Oberst a.D. Jürgen Damm in seiner Andacht Ein Viertel der Menschen in Hessen hätten Vertreibung selbst erlitten oder seien Angehörige von Vertriebenen, erklärte er.

Trauriger Höchststand

Krieg, Flucht und Vertreibung beherrschten auch heute die Nachrichten. Mit 60 Millionen Flüchtlingen weltweit 2015 sei ein trauriger Höchststand erreicht worden. Dabei „schaffen wir mit unserem Lebensstill, unserem Wohlstand sowie durch Wirtschaft und Politik Ursachen für die Flucht“, erklärte Damm.

Etwa 14 Millionen Deutsche verloren nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat, sagte MdB Thomas Viesehon. „Unvorstellbar, dass es erst nach fast 70 Jahren einen offiziellen Gedenktag des Landes Hessen gibt.“

Thema im Geschichtsunterricht

MdL Armin Schwarz, zugleich bildungspolitischer Sprecher, hob hervor, dass für den Geschichtsunterricht an den hessischen Schulen Curricula zum Thema Flucht und Vertreibung geschrieben worden seien.

An das Unrecht und das Leid durch die millionenfache Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat erinnerte der Ehrenvorsitzende des BdV-Kreisverbands Waldeck-Frankenberg, Manfred Kreuzer, Anteil nehme man aber auch an dem Schicksal der heutigen Flüchtlinge.

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