Schaustellergottesdienst in Bad Arolsen: Viehmarktskind getauft

Bad Arolsen - Leonie Gaida ist ein echtes Viehmarktskind: Am Samstag des Volksfestes 2014 geboren, wurde sie beim Viehmarktsgottesdienst gestern getauft.

Der Bad Arolser Pfarrer Uwe Hoos-Vermeil hat die Taufe der kleinen Leonie just an ihrem ersten Geburtstag vorgenommen. Und er vergaß auch nicht, zusammen mit den Gottesdienstbesuchern das Geburtstaglied „Viel Glück und viel Segen“ zum ersten Wiegenfest anzustimmen. So viele Gratulanten gleich am ersten Geburtstag! Die Kleine in einem schönen Taufkleidchen und die Bänke im Festzelt fast voll besetzt, konnten die Rahmenbedingungen für die glücklichen Eltern nicht passender sein. Neben Hoos-Vermeil hielt der Schaustellerpfarrer Volker Drewes aus Bad Hersfeld den Gottesdienst, der neben dem Posaunenchor Bad Arolsen mit seiner Drehorgel besonderes musikalisches Flair bot. Julia und Stefan Gaida sind echte Freunde des Kram- und Viehmarktes, der im 284. Jahr veranstaltet wurde und jährlich um die 500 000 Besucher anlockt. Das Ehepaar wohnt in der Königsbergallee direkt am Festplatz und zählt zu den vielen Tausend Menschen, die das traditionelle Volksfest lieben. So sehr, dass sie sogar bis kurz vor der Geburt noch auf dem Viehmarkt herumzogen, um Freunde zu treffen und die Atmosphäre zwischen Karussells und Buden zu genießen. Bis vor Geburt unterwegs Am Viehmarktsdonnerstag des vorigen Jahres haben die Gaidas noch bis in die Nacht auf dem Festgelände mitgefeiert. Und die Tierschau am folgenden Vormittag wollten sich die viehmarktbegeisterten jungen Leute auch nicht entgehen lassen. Freilich legte die hochschwangere Julia Gaida zwischendurch Ruhepausen ein und hielt auch ein Schläfchen. Wirklich erwartet wurde die Niederkunft des Töchterchens erst für die Zeit nach dem Viehmarkt. Auch spät am Freitag zogen die beiden los und standen vor dem Festzelt, als sich die ersten Wehen einstellten. Es war so gegen 22 Uhr, da entschied Stefan Gaida, doch endlich mit dem Pkw zum Krankenhaus nach Volkmarsen zu fahren. Dort erblickte Leonie am Samstagmorgen das Licht der Welt. Vier Tage blieben Julia und Leonie Gaida im St. Elisabeth-Krankenhaus. So ganz missen musste die Mama das Traditionsvolksfest nicht: Als am Sonntagabend zum Abschluss das große Höhenfeuerwerk abgebrannt wurde, da habe sie davon auch aus der Ferne etwas mitbekommen. Auf das „Waldecker Nationalfest“ freuten sich die Eltern von Leonie in diesem Jahr ganz besonders. Der erste Geburtstag und die kirchliche Taufe in einem am letzten Tag des Jahrmarktes – das ist schon ein besonderer Festtag. Nach der Taufe wurde im Garten an der Königsbergallee weiter gefeiert.Viehmarkt wurde in diesem Jahr wieder so gefeiert, „wie sich das gehört“, sagt Julia Gaida. Diesmal mit der kleinen Leonie, die ihren Geburtstagsgästen in der Zukunft schon etwas Besonderes anbieten kann – ein ganz großes Volksfest vor der Haustür. (Armin Haß)

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