Landrat würdigt Einsatz der Mengeringhäuser

Hut ab vor so viel Heimatliebe - Viele schöne Bildergalerien

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Prinz Josias zu Waldeck und Pyrmont hat die Ehre, den ersten Schuss abgeben zu dürfen. Klaus Jäger achtet als Hauptmann der Musketiere darauf, dass beim Abfeuern der Vorderladergewehre Schutzbrille und Gehörschutz getragen werden.

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Norbert Wirtz ist der 58. König der Schützengesellschaft Mengeringhausen. Sieben Jahre dauert seine Regentschaft bis zum nächsten Freischießen.

Der in Wiesbaden geborene Mediziner ist mit einer Mengeringhäuserin verheiratet und seit 1993 in Bad Arolsen niedergelassener Arzt.

„Er ist durch Hausbau und starkes Engagement ein allseits anerkannter Bürger von Mengeringhausen geworden“, präsentierte Vorsitzender Gerald Nelle den neuen König, der sich auch als Vorsitzender des statt-Theaters einen Namen gemacht hat.

Wirtz versprach den zahlreichen Zuschauern vor der Königshütte unter den Linden, dass er ein gerechter Regent sein wolle „mit Rücksichtnahme, Respekt und gelebter Bruderschaft.“ Nach Kräften werde er sich bemühen, die Tradition zu bewahren.

Der neue König dankte für das Vertrauen, dass die Mengeringhäuser in ihn als einen Zugezogenen setzten. Aber immerhin sei seine Ehefrau Susanne als Urenkelin von August Koch, dem Autoren des Waldecker Liedes eine echte Waldeckerin. Kein Wunder, dass sich der neue König wünschte, der Musikverein möge das Waldecker Lied spielen.

Anerkennung für die ausgeprägte Heimatliebe der Mengeringhäuser brachte Landrat Dr. Reinhard Kubat zum Ausdruck. Als Frankenberger spüre er, dass das Freischießen etwas ganz Besonderes sei, das man selber erlebt haben müsse. Deshalb habe er den Zapfenstreich am Mittwochabend besucht und sei auch zum Königsschießen gekommen. „Besonders gut haben mit die Knabenkompanien gefallen“, bekannte er, denn hier werde der Freischießensgeist an die nächste Generation weitergegeben. Beim Singen der Nationalhymne am Ende des Zapfenstreiches sei ihm klar geworden, dass es auch beim Freischießen darum gehe, Einigkeit und Recht und Freiheit hoch zu halten.

In seiner Antrittsrede als Graf Heinrich der Eiserne rief Markus Köhler alle Mengeringhäuser dazu auf, in den kommenden Tagen ein Stück Heimatgeschichte mitzuschreiben, von der man noch in Generationen spreche.

Zur Tradition in Mengeringhausen gehört, dass der König vom Schützenvorstand gewählt wird. Das Königsschießen hat daher nur symbolischen Charakter.

Ausdruck einer tiefen Symbolik ist auch, dass traditionell ein Vertreter des Waldecker Fürstenhauses den ersten Schuss auf die Scheibe abgibt. Weil Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont gesundheitlich verhindert war, und Erbprinz Carl Anton an den Rollstuhl gefesselt, übernahm Prinz Josias souverän diese Aufgabe. Schließlich sind Mengeringhäuser Schützen und das Waldecker Grafen- und Fürstenhaus einander seit über 500 Jahren eng verbunden, wie nicht zuletzt die Geschichte des Festspiels „Treue um Treue“ erzählt.

 

Die schönsten Bilder vom Freischießen in Mengeringhausen sind als Foto, Poster oder Motiv auf einem Funartikel im neuenWLZ-Fotoshoperhältlich.

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