Tourismus-Projekte mit Fördergeldern umsetzen

Viele gute Ideen für den Twistesee

Das touristische Angebot rund um den Twistesee soll weiter verbessert werden. Knackpunkte sind die Parkplätze am Wohnmobilhafen (im Bild oben). Alternativ wären Parkplätze auf der Feuchtwiese unterhalb der Staumauer denkbar (links). Weitere Ponton-Stege und Bootseinlässe sind geplant. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Wetterburg. - Der Twistesee soll als touristische Perle im Waldecker Land weiter aufpoliert werden. Der rund zwei Millionen Euro teure Neubau des Strandbad ist nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Projekten, die rund um das Naherholungsgebiet geplant sind.

Der vor dreieinhalb Jahren mit 40 Stellplätzen eröffnete Wohnmobilhafen hat sich prächtig entwickelt, belegt nun unter Rückgriff auf vorhandene Schotterparkplätze rund 140 Stellplätze und plant eine weitere Ausdehnung.

Beflügelt von diesem Erfolg, der auf das ganze Dorf Wetterburg, aber auch auf Bad Arolsen und seine Nachbargemeinden ausstrahlt, hat der Magistrat Ideen gesammelt, wie künftig noch mehr Urlauber an den See gelockt werden könnten.

Erlebnispfad am Ostufer

Bei einer Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Twisteseehalle präsentierte Bürgermeister Jürgen van der Horst den rund 120 interessierten Zuschauern Fotos und Skizzen von einem möglichen Erlebnispfad am Ostufer mit Outdoor-Spiel- und Fitnessgeräten wie Kletterwand, Bewegungsgeräten, Balance-Balken und sogar einer Aussichtsplattform. Weitere Ideen sind willkommen und werden nach Finanzierbarkeit und Machbarkeit geprüft. Aus dem Publikum nahm der Rathauschef gleich die Anregung mit, auch einen Märchenpark als kindgerechte Ergänzung zur Tourismus-Destination „GrimmHeimat“ zu errichten.

Zuschüsse clever nutzen

Erstaunlich, dass selbst so eine gewagte Idee, wie der Bau einer Aussichtplattform am höchsten Punkt des Seerundweges keinerlei kritische Einwände erfuhr: Gut 20 Meter über der Wasseroberfläche könnten Besucher von hier aus einen ungewöhnlichen Panoramablick über den den ganzen See genießen.

Ähnlich wie beim Grand Canyon sei sogar ein Glasboden denkbar, hieß es. Die geschätzten Kosten in Höhe von 280000 euro ließen sich über europäische Zuschusstöpfe und den Stadtumbau sogar erträglich finanzieren.

Geschätzte Kosten und mögliche Zuschüsse waren auch die Hauptargumente bei den Überlegungen zu neuen Parkmöglichkeiten am Staudamm: Wenn die Stadt dem Antrag der Wohnmobilhafen-Betreiber stattgeben und auch die restlichen rund 120 öffentlichen Parkplätze als Wohnmobilstellplätze freigeben sollte, dann müsste an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden. Im Raum steht dazu seit drei Jahren die Feuchtwiese unterhalb des Staudamms.

Steile Fußwege zum See

Für rund 200000 Euro ließen sich hier rund 200 Parkplätze errichten, die aus Sicht des Magistrates ohnehin für die Stoßzeiten im Hochsommer dringend erforderlich sind. Einziger Nachteil: der steile Fußweg vom Parkplatz hoch zum Staudamm könnte den einen oder anderen Besucher abschrecken.

Den längsten Teil der Debatte am Mittwoch nahm die Abwägung dieser vermeintlich langen Parkplatz-Wege ein: Während die einen mit dem Bürgermeister argumentierten, dass der Wanderer, der sich auf einen fünf Kilometer langen Rundweg eingestellt habe, auch die 200 Meter zum Parkplatz in Kauf nehmen könne, hielten die anderen dagegen, dass Familien mit kleinen Kindern und Senioren mit Rollator auf dem Weg ins Cafe im See diesen Steilweg eben nicht meister könnten.

Mit Rücksicht auf Gehbehinderte hat der Magistrat ohnehin schon vorgesehen, die Anzahl der Behindertenparkplätze am Staudamm-Kiosk zu erhöhen.

Ähnlich breit wurde die Parkplatz-Problematik am Strandbad diskutiert. Auch hier schreckt das lange Steilstück vom Golf-Clubhaus zum Sandstrand möglicherweise Familien mit kleinen Kindern ab.

Deshalb kam aus der Versammlung der Vorschlag, eine Wiese unterhalb des Golfplatzes und oberhalb des Strandbades als Parkplatz mit Schranke zu nutzen. Da sich diese Wiese jedoch in Privatbesitz befindet, hat die Stadt keinerlei Zugriff darauf.

Applaus gab es für den Beitrag aus dem Publikum: „Wer einmal versucht hat, an der Edersee-Staumauer einen Parkplatz zu bekommen und dann auch noch kräftig dafür bezahlt hat, der weiß die Annehmlichkeiten am Twistesee zu schätzen.“

Mit Interesse und Zustimmung wurde die Ankündigung des Bürgermeisters aufgenommen, dass weitere schwimmende Einstiegshilfen in den See eingerichtet werden sollen. Außerdem sind zwei zusätzliche Bootseinlässe in Planung.

Milden Winter nicht genutzt

Kritische Äußerungen kamen zum langen Baustillstand an der Strandbad-Baustelle. Während anderswo wie an den Volkmarser Logistikhallen der milde Winter für einen schnellen Baufortschritt genutzt wurde, ruhte am Strandbad nicht nur der See, sondern auch der Bagger. So bleibt als Fertigstellungstermin das Frühjahr 2015. Im Sommer kann das Strandbad nicht genutzt werden.

Der Bürgermeister versprach in diesem Zusammenhang, dass die Verwaltung zu Beginn der Sommersaison eine Aufstellung über alternative Liegewiesen erarbeiten und an alle Vermieter von Ferienwohnungen ausgeben werde.

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