Bad Arolser BAC-Theater glänzte mit Neuinszenierung

Vier Vierziger stecken im Aufzug

Bei der neusten BAC-Inszenierung „Vier nach 40“ mit Kirsten Henckel, Julia Zart, Bernd Schlei und Thomas Gerner geht es um vier 40-Jährige, die im Aufzug gefangen sind. Foto: Sandra Simshäuser

Bad Arolsen - Klaustrophobiker sollten besser Abstand halten: In der Fahrstuhl-Komödie "Vier nach vierzig" geht´s auf beengtem Raum zur Sache. Den Schauplatz der Gemeinschaftsproduktion des Bad Arolser BAC-Theaters und des Wehlheider Hoftheaters bildet ein Bürohochhaus in Sachsen, irgendwo zwischen dem 40. und 41. Stockwerk.

Dort bleibt in schwindelerregender Höhe der Fahrstuhl stecken - und mit ihm vier Passagiere, die gar nicht umhin können, ihren unfreiwilligen Aufenthalt zu „Therapiezwecken“ zu nutzen. Dies haben auch alle bitter nötig.

Karrierezicke Elvira (gespielt von Julia Zart) hat soeben den Laufpass bekommen, Versicherungsmakler Gilbert (Bernd Schlei) lebt nur für seine Arbeit, bei Frisörin Petra (Kirsten Henckel) hängt der Haussegen schief, und Oberstudienrat Wolfgang gar will ins oberste Stockwerk fahren, um sich vom Dach zu stürzen.

Doch dann geht das Licht aus - und die Panik los. Nach wildem Eindreschen aufs Tastenfeld trägt auch die bizarr-bekannte Computeransage („Bitte drücken Sie die Rautetaste und die Sterntaste“) eher wenig zur Beruhigung der Fahrgäste bei. Die müssen schließlich in den sauren Apfel beißen und sich zusammenraufen.

„Was für ein Zufall: Alle, die wird hier feststecken, sind wir 40“, stellt man schon wenigen Minuten fest. Erste Fazits werden in der Lebensmitte gezogen, die mit knallharten Fakten aufwarten, zum Vergnügen des Publikums aber auch schon mal unvorhergesehen absurd ausfallen.

Auch themenmäßig bleibt kein Auge trocken, angefangen vom Vegetarismus über den Bodymassindex bei Versicherungsabschlüssen und die Grabsteingestaltung bis hin zu „Kulturkreisunterschieden“, die Protagonist Gilbert bereits zwischen Korbach und Bad Arolsen festgestellt haben will. Selbst zarte Bande werden in der Fahrstuhlkabine geknüpft, um sich nach überstandener Beinahe-Katastrophe hastig wieder zu trennen - oder doch nicht?

Die Geschichten hinter den privaten Lebenslinien erfahren die Zuschauer in Songs (Musik: Jan Knobbe), die mal unter die Haut gehen, um dann wiederum kräftig das Zwerchfell zu strapazieren. Häufig wird auch geschnipst in dem Stück von Fritz Schildlecker, um die unausgesprochenen Gedanken hörbar zu machen, mit denen die Protagonisten ihre Situation kommentieren. So wird auch der Zuschauer zum „Miteingeschlossenen“, der sich, wie es Regisseur Gerd Brückmann formuliert, während der Songs zum aktiven Statisten für die Lebensbeichten der „Steckengebliebenen“ verwandelt.

Weitere Aufführungen der Komödie „Vier nach vierzig“ gibt es am 20. und 21. September sowie am 4., 5., 6., 11. und 12. Oktober jeweils um 19.30 Uhr im BAC-Theater.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von elf Euro, ermäßigt fünf Euro, in der Buchhandlung Aumann, Schlossstraße 5, Telefon 05691/3553 oder per Mail: bac-theater@gmx.de

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