Volkmarsen

„Villa R“ verabschiedet Vollblutschulleiterin

- „Villa R“ verabschiedet Vollblutschulleiterin

Viele der 310 Grundschüler­ hatten mit ihren Lehrerinnen Lieder und Stücke einstudiert, was das Zeug hielt. Dazu kam, dass die Verabschiedung ihrer beliebten Schulleiterin auf deren Wunsch in das Fest integriert wurde. So fanden nicht nur Schüler, Eltern und Geschwister, sondern auch viele Wegbegleiter und Ehemalige den Weg in die brechend volle Stadthalle. Seit 1987 hat Renate Günther in Volkmarsen unterrichtet, wurde 1998 Konrektorin und 2005 Leiterin der kurz vorher neu entstandenen Grundschule. Die enthusiastische Beschreibung als „Geburtshelferin, Amme und gute Seele“ der Schule fand Elmar Töpfer, schulfachlicher Dezernent, daher nicht von ungefähr. Die Kunstbegeisterung der Rektorin hatte der Schule nicht nur ihren Namen „Villa R“ beschert: sogar „jeden Stuhl, jeden Tisch und jedes Regal“ habe „Reni“ selbst ausgesucht. Die „Vollblutschulleiterin“, die mit, in und für die Schule gelebt habe, habe das Interesse der Kinder stets vor ihr eigenes gestellt, hob Töpfer hervor. Nach dem Abitur in Ober-Ursel hatte Renate Günther Lehramt an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main mit den Fächern Deutsch, Kunst und „Leibeserziehung“ studiert. Von 1966 bis 1973 unterrichtete sie an der Landgraf-Ludwig-Schule in Bad Homburg. Für Schmunzeln im Publikum sorgte ein Zitat aus dem Besichtigungsbericht von 1967, in dem Fleiß und Arbeitsfreude „des (damaligen) Fräulein Tetzlaff“ besonders erwähnt werden. Anfang der Siebzigerjahre kamen ihre beiden Kinder zur Welt. 1973 wechselte Renate Günther an die Grundschule Bad Arolsen und 1976 an die Mittelpunktschule Rhoden. „Du sprühst vor Elan und Engagement“, bescheinigte ihr Konrektorin Sandra Gerlach, die die Moderation des Abends übernommen hatte. Auch gab Gerlach bekannt, dass sie die Nachfolge Renate Günthers als Schulleiterin der „Villa R“ antreten werde. Die Schüler werden ihre langjährige Lehrerin und Leiterin „Reni“ Günther aber sicher noch dann und wann zu sehen bekommen. Zeit zum entspannten Zurücklehnen war für die tatkräftige Un-Ruheständlerin aber immerhin beim „bunten Abend“ angesagt. Die Schüler ihrer Klasse 4c hatten extra ein „Lied für Frau Günther“ einstudiert. Inmitten von Szenen aus „Ronja Räubertochter“, Zaubertricks und einer Modenschau fand Bürgermeister Hartmut Linnekugel anerkennende Worte für Renate Günther, die Generationen von Schülern in Nordwaldeck unterrichtet hat.

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