Helmighäuser Königsschießen nach 60 Minuten entschieden

Vogel holt den Vogel von der Stange

Erich Vogel ist neuer Schützenkönig in Helmighausen. Sein Vize ist Schwiegersohn Mario Gerold. Kinderkönig wurde Etienne Schröter. Geschultert werden die drei von Steffen Vogel, Frank Grünhaupt (scheidender Schützenkönig), Fabian Rentrop (scheidender Vizekönig), Marius Vogel und Sebastian Bunse. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt-Helmighausen - Gleich zwei Rekorde gibt es vom Schützenfest in Helmighausen zu vermelden: Das Königsschießen war nach nur einer Stunde entschieden und das Königspaar wird begleitet von einem elfköpfigen Hofstaat. Die Gymnastikdamen lassen es sich nicht nehmen, ihre Königin Relindis zu begleiten.

Zu den Klängen des Musikvereins Essentho und des Spielmannszugs Westheim marschierte die Schützengemeinde am Sonnabend von der Dorfhalle zum Vogelbauer Lars Wendel. Neben dem gelungenen hölzernen Adler, dessen Abschuss man bedauern mochte, wurde auch der „Geck“ mit grün-weißer Fahne abgeholt und an langen Stangen durch das geschmückte Dorf zum Ehrenmal mitgeführt. Pfarrerin Silke Kohlwes, zugleich Mutter des scheidenden Kinderkönigs Jan, erinnerte bei der Festeröffnung vor dem Ehrenmal an die Gefallenen beider Weltkriege und an die seit dem vergangenen Fest verstorbenen Schützenmitglieder.

Einen besonderen Platz im Gedenken nahm das tragische Geschehen bei der befreundeten Marsberger Schützenbruderschaft vor zwei Wochen ein. Nach dem Einmarsch in die Dorfhalle begrüßte Oberst Martin Vogel neben dem amtierenden Königspaar Frank Grünhaupt und Stefanie Giesche mit Hofstaat auch den Vizekönig Fabian Rentrop mit Hofdamen sowie das Kinderkönigspaar Jan Kohlwes und Stella Gerold. Aus der Nachbarschaft durfte der Oberst die Königspaare aus Neudorf und aus Hesperinghausen mit Vizekönig sowie das Königspaar aus Wrexen mit Schützengilde begrüßen.

In Anwesenheit von Bürgermeister Elmar Schröder und Erstem Stadtrat Dieter Oderwald stellte Vogel fest: „Das letzte Wochenende im Juli gehört im Wechsel den Helmighäuser und Hesperinghäuser Schützen.“ Die Terminkollision mit dem Rhoder Fest dürfe sich nicht wiederholen.

Vogel nutzte die Gelegenheit, Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft auszusprechen: Markus Schröder ist seit 25 Jahren Mitglied des Schützenvereins, Karl-Heinz Bodenhausen und Alfred Ständecke gehören dem Verein seit 50 Jahren an. Jürgen und Irmela Bunse feiern 25-jähriges Königsjubiläum, Vizekönig war Uwe Bodenhausen vor 25 Jahren mit Frau Gabi.

50 Jahre Jubelkönig feiern Wilhelm Vogel und Pauline Gerke, Hans-Günter Darenberg war seinerzeit mit Frau Brunhilde Vizekönig.

Einen Orden für besondere Verdienste bekam Karl-Ernst Grünhaupt nach 25-jähriger Vorstandsarbeit verliehen und wurde zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Vogelbauer Detlef Richter wurde eine Ehrennadel verliehen. Nach dem gemeinsamen Singen des Wal­decker Liedes wurde der Tanzboden röffnet.

Beim Sonntagsfestzug dominierten adrette Uniformen, Damen in schicken Ballkleidern und mit eleganten Frisuren, dazu musizierende Kapellen, rassige Pferde und gepflegte Kutschen, während über allem die Sonne lachte. Der Westheimer Spielmannszug, die Musikvereine Oesdorf und Essentho sowie der Tambour-Korps Essentho sorgten für einen Klang, der das Festgeschehen weit über die Dorfgrenzen hinaus anzeigte. Jubelrufe waren zu hören, als die Königspaare, auch aus Neudorf, aus Hesperinghausen sowie aus Wrexen, jeweils mit Gefolge und eskortiert von ihren Schützengesellschaften, an den vielen Zuschauern am Straßenrand vorbeischritten.

Ebenso freuten sich die mitgereisten Kinderkönigspaare mit ihrem Hofstaat über die Begeisterung des Publikums. Bilderbuchmäßig lief auch der Präsentiermarsch in der Dorfmitte ab, bei dem die Schützen im Stechschritt an den aufgestellten Majestäten vorübermarschierten, bevor die ganze Festgesellschaft für den Königstanz und den großen Festball zur Dorfhalle zog.

Beim Königsschießen am Montagmorgen hatte Bürgermeister Elmar Schröder die Ehre des ersten Schusses. Aus Respekt vor den Helmighäuser Schützen trug er einen grünen Schützenrock, nicht seine schwarze Erlinghäuser Uniform.

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