Alter Friedhof mitten in Bad Arolsen ist historischer Park und letzte Ruhestätte

Ort voller Symbolik

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Edith Hüttig vom Verein Freunde des Alten Friedhofs führte Mitglieder des Lions-Clubs über den neu gestalteten und restaurierten Alten Friedhof. 

Bad Arolsen. Über die Geschichte des Alten Friedhofs in Bad Arolsen und über die Lebensgeschichten einiger ausgewählter Persönlichkeiten, die hier bestattet sind, informierten sich die Mitglieder des Lions-Clubs Bad Arolsen.

Als ausgezeichnete Kennerin der Bestattungskultur im Allgemeinen und der Geschichte des Alten Friedhofs im Besonderen erwies sich dabei Edith Hüttig. Würde des Ortes gerettet Die Vorsitzende des Vereins der Freunde des Alten Friedhofs berichtete, wie die alte Begräbnisstätte verwilderte, nachdem hier 1950 die letzte Beisetzung stattgefunden hatte.

Engagierte Bürger bemühten sich dann in den 1960er Jahren, den Friedhof in einen Park in der Innenstadt umzuwandeln. Sie ordneten die Steine nach ihrer Entstehungszeit. Der Park wurde aber nie als solcher genutzt. Er verkam zum Hundeklo. Saufgelage nahmen dem Ort die letzte Würde.

Gut 30 Jahre später bemühten sich wiederum um eine Rückwidmung des Alten Friedhofs zur Begräbnisstätte. Der neu gegründete Verein warb um Patenschaften, die die Finanzierung des deutschlandweit einzigartigen Projektes sicherstellen sollten. Bis heute wurden 50 Patenschaften übernommen und 300 000 Euro eingenommen und investiert.

 „Inzwischen gibt es keine Tagung über Friedhofskultur, in der der Alte Friedhof von Bad Arolsen nicht als besonderes Beispiel der Restaurierung einer alten Begräbnisstätte erwähnt wird“, so Edith Hüttig nicht ohne Stolz.

Bei ihrer Führung ging die Friedhofsexpertin auf die vielfältige Symbolik bei der Friedhofsanlage und der Gestaltung der Grabsteine ein.

Schon die beiden großen Eiben am Eingang markierten als immergrüne, stachelige und giftige Torwächter den Zugang zu einem Ort, der sich von dem der lebenden unterscheidet. Die Grabsteine, die mit Spendenmitteln konserviert wurden und werden, stammen aus drei großen Stilepochen, dem Barock, dem Klassizismus und dem Jugendstil.

 Sie zeigen uralte Todessymbole wie die zerschlagene Säule, verlöschende Fackeln, Lorbeerkränze oder Schlangen, die sich in den Schwanz beißen. Als Symbole für Auferstehung und Unvergänglichkeit der Seele steht der Schmetterling.

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