Konzept für Diemelstadt stellt Möglichkeiten und Wirtschaftlichkeit dar

Vorschläge für den Klimaschutz

Diemelstadt - In Diemelstadt gibt es ein hohes Potenzial für die Nutzung von erneuerbaren Energien, wie das 
in der Stadtverordnetensitzung vorgestellte Klimaschutzkonzept ausweist.

68 566 Megawattstunden pro Jahr werden derzeit vor allem aus den Windkraftanlagen erzeugt. Doch bietet sich nach den Berechnungen der Büros SynergieKomm und BDO in Köln und Bonn noch ein Potenzial von über 109 000 MWh/a. Das Konzept ist in Teilen von der Realität überholt. So werden bei der Windkraft noch zum Stand von 2012 dreizehn Anlagen ausgewiesen, inzwischen sind es aber bereits 26 Windmühlen im Stadtgebiet. Die vor allem in der Neudorfer Gemarkung betriebenen Anlagen können 60 000 Haushalte mit Strom versorgen. Beim Endenergieverbrauch in Diemelstadt, der auch die Wärme einschließt, werden für 2012 aber nur 26 Prozent durch erneuerbare Energien abgedeckt. Ziel des Klimaschutzkonzeptes ist es, bis 2030 elektrische und Wärmeenergie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Durch Energieeinsparmaßnahmen, etwa bei Gebäuden oder durch Verwendung energieeffizienter technischer Anlagen, oder durch zusätzliche Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien soll der Kohlendioxidausstoß gesenkt werden. Allein durch die Nutzung der Windkraft ließe sich der Ausstoß jährlich um 38 522 Tonnen senken. Hohe Effekte werden auch bei einem Ausbau der Photovoltaik-
anlagen (derzeit 277), von Biomasse, Biogas, Solar- und Geothermie gesehen. Doch um diesem Szenario der Fachleute nahe zu kommen, bedarf es hoher Investitionen im privaten wie im öffentlichen Bereich. Nach Darstellung von Bürgermeister Elmar Schröder ergeben sich aus den Zahlen auch wichtige Hinweise für die künftige Nutzung von Gebäuden, wie er nach der Sitzung gegenüber unserer Zeitung deutlich machte. „Nicht alles sanieren“ Von 16 städtischen Gebäuden in neun Stadtteilen stehen sechs in Rhoden. Das Klimaschutzgutachten bestätige die Untersuchung von Ralf Lehne (RGV Objektorganisation GmbH), dass insbesondere der Stadtkeller (365 000 Euro), das Rathaus (300 000 Euro) und das Gemeinschaftshaus (600 000 Euro) den höchsten Sanierungsaufwand aufweisen. Die Sanierung des Rathauses werde im geplanten Förderzeitraum des Städtebaulichen Denkmalschutzes beantragt. Über die Zukunft von Stadtkeller und Gemeinschaftshaus werde der Ortsbeirat mit den örtlichen Vereinen in diesem Jahr beraten. Schröder: „Klar ist, dass nicht alle Gebäude in Rhoden grundsaniert werden können, weil man dies bereits mit der Stadthalle und der umfangreichen Förderung zum evangelischen Grünewaldheim getan hat und beim Rathaus noch machen wird.“ Das Klimaschutzkonzept enthält Maßnahmen, einschließlich „Leuchtturmprojekten“, zur CO2-Einsparung. Kosten- und Zeitaufwand werden ebenso aufgezeigt wie die Wirtschaftlichkeit, die regionale Wertschöpfung und die Einsparung von Kohlendioxid. Die Klimaschutzkonzepte für die nordwaldeckischen Kommunen sind eine Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln des Bundes. Synergien sollten innerhalb Nordwaldecks genutzt werden, sagte Rosa Hemmers vom Büro SynergieKomm. Zudem sei es wünschenswert, den einmal begonnenen Dialog in der Bevölkerung fortzusetzen. Schließlich müssten die Klimaschutzmaßnahmen durch Öffentlichkeitsarbeit begleitet und kontrolliert werden. Dank an Walter BrachtAls Ideengeber und Moderator ehrte Bürgermeister Schröder den ehrenamtlichen Klimaschutzbeauftragten Walter Bracht. Der Ingenieur hatte die etwa ein Jahr dauernde Vorbereitung des Klimaschutzkonzeptes begleitet. „In der Bevölkerung herrschte anfangs Skepsis“, blickte Schröder zurück. Doch sei die Beteiligung im Energie-Café oder im Strategieworkshop gut gewesen. Bei dieser Zusammenkunft war unter anderem die Gründung einer Bürgergenossenschaft angeregt worden. (Armin Haß)

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