Vortrag über Waldenser und Hugenotten beim Geschichtsverein Bad Arolsen

Glaubensflüchtlinge in der Region

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Um Glaubensflüchtlinge geht es im Vortrag über Waldenser und Hugenotten beim Geschichtsverein Bad Arolsen. Unser Symbolbild zeigt die Kirche zu Gembeck.

Bad Arolsen. Der waldeckische Geschichtsverein befasst sich   mit dem Thema Glaubensflüchtlinge. So wird am Mittwoch, 11. Januar, um 19.30 Uhr Adolf Morlang (Altendiez a.d. Lahn)  im Bürgerhaus Bad Arolsen über die Waldenser und Hugenotten in Nordhessen und Nassau sprechen.

Im Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde die Möglichkeit des Auswanderns aus religiösen Gründen für Lutheraner und Katholiken mit dem ius emigrandi , dem Abzugsrecht, auf eine rechtliche Grundlage gestellt. Gegen die Zahlung einer Abzugssteuer erlaubten die Fürsten den Katholiken oder Lutheranern, die nicht zu ihrem Glauben übertreten wollten, den Wechsel in ein Land ihrer Glaubensrichtung.

Recht zum Auswandern

Erst der Westfälischen Frieden 1648 brachte das Recht, auf dem Gebiet eines andersgläubigen Landesherrn seinen Glauben in Stille auszuüben zu dürfen. Ferner waren nunmehr die auf Calvin zurückgehenden Reformierten als dritte Glaubensgruppe Lutheranern und Katholiken gleichgestellt. Andere Glaubensrichtungen waren von dieser Regelung ausgeschlossen.

Ökonomische Chancen

Doch immer mehr Landesherren erkannten nach den Verheerungen des dreißigjährigen Krieges die großen wirtschaftlichen Chancen, die die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen mit sich brachte. Diese meist aus Nützlichkeitserwägungen geborene Toleranz führte auch im nordhessischen Raum und angrenzenden Gebieten zur Ansiedlung andernorts aus Glaubensgründen Verfolgter.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bezirksgruppe Bad Arolsen, Erhard Kraft, hatte im Dezember über die Mennoniten gesprochen hatte, die zwischen 1732 und etwa 1850 in Waldeck gelebt und gewirkt haben. (r)

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