Wahre Könner stehen und springen auf ihren Brettern an Land wie auf dem Wasser

Für Wakeboarder muss Wasser Balken haben

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Bad Arolsen-Wetterburg - 26 Jahre nach Eröffnung der Wasserskianlage am Twistesee haben die Freunde des schnellen Wassersports eine neue Attraktion zu bieten: Rail und Kicker heißen die Neuanschaffungen im Obstacle-Park, der Hindernisbahn im Wasser.

Wer sich als Anfänger auf die Sperrigen Wasserski mit den klotzigen Gummibindungen traut, der fühlt den Stolz in der Brust, wenn er nach Dutzenden von vergeblichen Anläufen die erste und zweite Kurve so leidlich schafft, um dann in der dritten Kurve, ganz nah vorm Start/Ziel, dann doch den Kampf gegen die Fliehkräfte verliert.

Doch schon nach ein paar Dutzend zusätzlichen Versuchen wird der 750 Meter lange Rundkurs irgendwann zu langweilig. Die nächste Herausforderung muss her.

Für die ganz Mutigen hatte der Wasserskiclub vor beinah 20 Jahren eine Sprungschanze angeschafft, die mit dem doppelten der Anfängergeschwindigkeit von knapp 30 Stundenkilometern angefahren werden muss. Doch 60 Sachen schaffen nur die Allerbesten auf den Wasserbrettern.

Der mehrfache deutsche und Europameister Andreas Pape aus Braunsen mag da als Vorbild für den Nachwuchs gelten, doch seine Muskelpakete müssen erst mal mühsam erarbeitet werden.

Deutlich einfach und mit viel mehr Spaßfaktor kommen hingegen neue Sportarten an der Wasserskiseilbahn daher: Wake-Boarden und Wake-Skaten sind dem Skaten an Land nachempfunden. Wie ihre Kollegen auf Rollen schaffen es auch die Wasserskater, hoch in die Luft zu springen, dabei ihr Brett zu drehen, um dann wieder sicher darauf zu landen: Unglaublich, aber das funktioniert, wenn man jung und gelenkig ist und die Tricks beherrscht.

Verein hat investiert

Wake-Board und Wake-Skateunterscheiden sich vor allemdurch das Vorhandensein oder Fehlen einer Bindung. Die Kunststücke, die der Artist im Wasser darauf vollbringen kann, sind im Prinzip die gleichen: Auf den sogenannten Kickern, den schwimmenden Rampen, holt man sich den nötigen Schwung für waghalsige Sprünge. Auf dem Rail, der schwimmenden Schiene, lässt sich herrlich gleiten, natürlich stets an der langen Leine der Wasserskiseilbahn.

Die beiden Kicker und das Rail sind die neuesten Anschaffungen des Wasserskiclubs. Die auf den ersten Blick unscheinbaren PET-Kunststoff-Konstruktionen sind an Schwimmankern befestigt und extrem witterungsbeständig, wie Sportleiter Werner Hartmann erklärt: „Die können wir sogar im Winter bei geschlossener Eisdecke im See lassen. Wenn das Eis taut, nehmen sie wieder ihre alte Form ein.“

Meistertitel verteidigen

Die Neuanschaffungen waren freilich nicht ganz billig. Rund 17000 Euro musste der Wasserskiclub dafür aufbringen, wie WSC-Vorsitzender Götz Schweighöfer vorrechnet. 6000 Euro steuerte der Landessportbund bei, 1500 Euro kamen vom hessischen Innen- und Sportministerium, weitere 1200 Euro vom Landkreis. Den Rest hat der Verein mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen erwirtschaftet.

Davon erhofft sich der Club neuen Zuspruch von jungen Wassersportlern, die Freude daran haben, mit einigem Tempo über das Wasser zu fliegen und artistische Kunststücke zu vollbringen.

Aktuell gehören dem Club 99 Mitglieder an. Leistungsträger ist die Mannschaft um Andreas Pape, Robin Senger, Julian Scher und Christian Wagener, die im vergangenen Jahr die deutsche Meisterschaft errungen hat und diesen Titel im September in Dankern verteidigen möchte. Daneben gibt es aber viele Nachwuchstalente, die im Sommer regelmäßig an der Wasserskianlage trainieren. Weitere Interessenten sind jederzeit willkommen.

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